Zum Inhalt springen

Liebe Besucherin, lieber Besucher!

Der Inhalt dieses Artikels wurde leider vom Urheber zurückgezogen. Wir arbeiten daran, Ihnen den Inhalt in abgewandelter Form kurzfristig erneut zur Verfügung zu stellen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Thema: Heizung, Klimatisierung

Bei der Konstruktion eines Reisemobils verwenden die Hersteller durchgehend Materialien mit sehr guten Isolationseigenschaften. Das macht sich auf dem Papier sehr gut, allerdings fehlt dem Reisemobil schlickt und einfach die Masse der isolierenden Außenhülle. Anders wie ein aus Backsteinen gebautes Haus, geschieht das Aufheizen und Abkühlen trotz der guten Isolationseigenschaften des Materials in wesentlich kürzeren Intervallen.

Durch das geringe Raumvolumen eines Reisemobils gelingt das Aufheizen und halten der gewünschten Raumtemperatur relativ schnell. Wird die Heizung aber abgeschaltet, kühlt ein Reisemobil schnell auf Umgebungstemperatur ab.

Heizanlage

Eine gut funktionierende Heizung gestattet es dem Reisemobilfahrer, auch in der kühleren Jahreszeit zu verreisen. Das Stichwort Autarkie bedeutet natürlich auch, unabhängig von den herrschenden Außentemperaturen nächtigen zu können.

Die Hersteller verbauen vor allem Warmluftheizungen, in Reisemobilen der Luxusklasse kommt auch eine Warmwasserheizung zum Einsatz; diese verwendet dasselbe Prinzip, wie die Zentralheizung in Wohngebäuden.

Die Warmluftheizung brilliert durch eine besonders schnelle Wärmeabgabe, geringes Gewicht (durch die fehlenden Heizkörper) und niedrigen Preis. Die Regelung erfolgt durch ein Thermostat - durch die schnelle Abkühlung (siehe oben) ergeben sich starke Temperaturschwankungen, sowie ein permanenter, staubaufwirbelnder Luftzug im laufenden Betrieb. Die Verteilung der Warmluftaustritte entscheidet auch über die Temperaturverteilung und beeinflusst den Komfort.

Warmwasserheizungen haben diese Probleme nicht. Sie geben über Heizkörper (Konvektoren) konstant Wärme ab und sorgen somit für ein behagliches Raumklima. Das Kühlwasser des Motors kann, obwohl die Effizienz und damit die Abwärme moderner Dieselmotoren Fortschritte gemacht hat, zu Heizzwecken gebraucht werden.

Die Heizgeräte werden mit Gas oder Kraftstoff betrieben. Ein Betrieb mit Strom ist über serienmäßige Heizstäbe möglich, allerdings auf Grund der deutlich höheren Energiekosten nur bei Verwendung eines entsprechenden Landstromanschlusss empfohlen.

Wird eine gasbetriebene Heizung verwendet, sollte vor allem im Ausland an einen ausreichenden Gasvorrat gedacht werden. Auf Grund unterschiedlicher Vorschriften und Kompatibilitätsproblemen der Anschlüsse ist der Tausch und das Auffüllen von Gasflaschen im Ausland nicht immer und überall möglich. Positiv ist, daß der Gasbetrieb sehr geräuscharm ist.

Besser ist eine Kraftstoffheizung, welche ihre Energie gleich aus dem Dieseltank des Reisemobils entnehmen kann. Der Kraftstoff kann an jeder Tankstelle nachgefüllt werden, die Energiedichte ist optimal und es müssen keine zusätzlichen Stahlgasflaschen vorgehalten werden, was sich positiv auf die mögliche Zuladung auswirkt.

Auch ein Warmwasserboiler von ca. 8-10 Litern gehört überwiegend zur Standardausstattung der Gas- oder Kraftstoffheizung. Die erreichten Temperaturen liegen zwischen 40° und 60°C (bei Warmwasserheizungen 70°C), was für einen kurzen Duschvorgang problemlos ausreicht.

Klimaanlage

Die Klimaanlage eines Reisemobils darf nicht mit den standardmäßig verbauten Klimaanlagen in PKW verwechselt werden. Bei Reisemobilen kommt eine Klimaatomatik zur Anwendung, die die Temperatur im Wohnraumbereich regelt, was auf Grund der schnellen Aufheiz- und Abkühlperioden notwendig ist.

Kleine Reisemobile können auch durch die Klimaanlage im Fahrerbereich des Reisemobils temperiert werden, wobei die Effizient dieser Klimatisierung natürlich insbesondere von der Größe des Gefährts abhängt.

Es existieren zwei gebräuchliche Techniken:

  • Verdunster
  • Kompressor

Diese können

  • auf dem Dach
  • im Bereich der unteren Stauräume

montiert werden.

Besondere Ansprüche an das Raumklima benötigen ein Gerät, welches auf 12V-Basis arbeitet und nur im Standbetrieb auf dem Stellplatz über einen externen Stromanschluss mit 230 Volt betrieben werden kann. Einige preiswertere Klimaanlagen arbeiten nur mit 230 Volt.

Klimaanlagen sind grundsätzlich sehr energieintensiv und benötigen im autarken Betrieb große Energiereserven. Die nach dem Verdunsterprinzip funktionierenden Klimaanlagen sind mehrheitlich für 12V-Betrieb ausgelegt und sind sparsamer im Stromverbrauch als Kompressoranlagen. Sie lassen sich begrenzt, eine üppige Wohnraumbatterie vorausgesetzt, eine zeitlang autark betreiben.

Jedoch sind nur Kompressoranlagen durch ihre Bauart in der Lage, die Luft zu reinigen und zu trocknen und kommen somit einer echten "Klimaanlage" am Nächsten. Der hohe Stromverbrauch erfordert hier auf Dauer den Festnetzanschluss mit 230 Volt. Ist dieser jedoch schlecht abgesichert, kann der Anlaufstrom des Kompressors durchaus einmal die Stromzufuhr unterbrechen.

In vielen Reisemobilfahrern regt sich der Wunsch nach einer Klimaanlage erst nach einer Reise in den warmen Süden Europas. Die Hersteller haben für die schnelle Nachrüstung Klimaanlagen im Angebot, welche anstelle einer vorhandenen Dachluke montiert werden können. Es ist darauf zu achten, daß sich das Kurvenverhalten des Fahrzeugs durch die hoch montierte Masse der Klimaanlage ungünstig ändert. Der nachträgliche Einbau "unterflur" kostet zwar Ladevolumen, ist aber durch die tiefe Montage im Vorteil. Die Dachmontage kühlt aber schneller, da warme Luft nach oben steigt und die Raumtemperatur dort zuerst absenkt, wo es erwünscht ist.

Soll ein erholsamer Schlaf auch im Hochsommer und im Süden Europas erreicht werden, muß die Klimaanlage inklusive Geräuschentwicklung auch über Nacht laufen. Dabei produzieren die wirkungsvollen Kompressoranlagen ein nicht überhörbares Brummgeräusch. Erfahrene Reisemobilfahrer kühlen daher den Raum gegen Abend herunter und schalten den Kompressor während der Nachtruhe aus.

Zwar arbeiten die nach Verdunstertechnik konstruierten Anlagen fast lautlos, kommen aber bei extremen Außentemperaturen an ihre Grenzen. Verdunstung findet um so besser statt, je geringer die natürliche Luftfeuchtigkeit ist - und diese ist bei hohen Temperaturen im südeuropäischen Raum gerade stark erhöht und die Effizienz der Klimaanlage sinkt folglich genau dann, wenn der Reisemobilfahrer sie am nötigsten hat.

Der teureren Kompressoranlage ist somit der Vorzug zu geben. Diese kann während der Fahrt über einen 230V-Spannungswandler betrieben werden. Dabei muß darauf geachtet werden, daß die Batterieladung für den Anlasser ausreichen muß, sofern die Versorgung nicht über eine separate Wohnraumbatterie sichergestellt wird.

Wegen der geringen Isolierungswirkung der Außenhülle reicht häufig auch ein gründliches Lüften in der Abendzeit, um ein angenehmes Schlafklima zu erreichen. In sicheren Gegenden kann die Dachluke geöffnet und ein regulierender Luftzug durch die Seitenfenster erreicht werden - ein natürlicher "Trick", den viele Käufer einer Kompressoranlage sich erst zu eigen machten, als sie feststellten, daß sie den Luftzug und das Gebrumme des Kompressors nicht ertragen können. Überlegen Sie sich daher gründlich, ob sie den Gewichts- und Preisnachteil einer Klimaanlage tatsächlich hinnehmen möchten. Dies lohnt sich im Allgemeinen nur, wenn Sie regelmäßig im Hochsommer heiße Regionen aufsuchen.