WICHTIG! Seite Juni 2025 ist die Gasprüfung alle zwei Jahre wieder gesetzlich vorgeschrieben.
Viele Reisemobilfahrer erinnern sich noch: Bis 2020 war die Gasprüfung nach G607 alle zwei Jahre Voraussetzung für eine erfolgreiche Hauptuntersuchung (HU). Ohne sie gab es keine TÜV-Plakette. Meist wurde die Prüfung vorab in einer Werkstatt oder von einem zertifizierten Sachkundigen durchgeführt – denn nicht jeder HU-Prüfer durfte diese Kontrolle selbst abnehmen.
2020 setzte das Bundesverkehrsministerium diese Pflicht zunächst aus, zwei Jahre später wurde sie sogar ganz gestrichen. Der Grund: Es fehlte eine rechtliche Grundlage. Die Regelungen stammten allein vom Deutschen Verband Flüssiggas e.V. (DVFG), also lediglich von einem Verein, und die Prüfungen wurden teilweise ohne kalibrierte Messgeräte durchgeführt. Damit war für die HU eine Gasprüfung nicht mehr erforderlich.
Seitdem wurde die regelmäßige Gasprüfung neu geregelt und in der Straßenverkehrsordnung (§ 60 StVZO ) verbindlich verankert. Im Juni 2024 trat eine neue gesetzliche Regelung in Kraft. Seit Ablauf der Übergangsfrist am 19. Juni 2025 muss wieder jeder Wohnmobilhalter alle zwei Jahre eine Gasprüfung durchführen lassen – nun aber unabhängig von der HU. Das bedeutet, dass die Prüfbescheinigung nicht mehr Voraussetzung für den Erhalt einer TÜV-Plakette ist.
Wer die Prüffrist überzieht oder keinen Nachweis vorlegen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Dauer der Überziehung drohen Bußgelder zwischen 15 und 60 Euro.
Die Prüfinhalte legt weiterhin der DVFG im Arbeitsblatt G607 fest. Auch die Sachkundigen-Ausbildung bleibt wie bisher: ein zweitägiger Lehrgang mit einer verpflichtenden eintägigen Auffrischung nach fünf Jahren.
Kosten deutlich gestiegen
Eine spürbare Änderung betrifft den Preis: Die Kosten sind im Vergleich zu früher deutlich gestiegen. Laut ADAC bewegen sich die Preise derzeit zwischen 40 und 80 Euro, bei Kfz-Überwachungsorganisationen werden sogar bis zu 100 Euro in Rechnung gestellt. Es lohnt sich daher, die Preise zu vergleichen. Nach Rückmeldungen von RU-Mitgliedern sind unabhängige Sachkundige meist am günstigsten.
Die Gasprüfung ist und bleibt eine Stichtagsprüfung. Sie dokumentiert immer nur den Zustand zum Zeitpunkt der Kontrolle. Ob die Gasanlage auch in den kommenden 24 Monaten dicht und uneingeschränkt funktionstüchtig sein wird, garantiert sie nicht. Die Verantwortung für den einwandfreie Zustand liegt – wie bisher – beim Wohnmobilhalter selbst.
Siegfried Orth