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Mit dem Wohnmobil zu den Songs der Beatles und an die Ostsee

Nach einer Zeit, in der gesundheitliche Themen unseren Alltag bestimmten, war die Vorfreude auf diese Reise besonders groß. Unser Wohnmobil war mit neuen automatischen Hubstützen nochmals komfortabler geworden, und so stand einer entspannten Sommertour Richtung Mecklenburg-Vorpommern nichts mehr im Wege. Auf dem Programm standen kulturelle Höhepunkte, reizvolle Städte, die Ostseeküste und vor allem viele persönliche Begegnungen.

Die ersten Stationen führten uns nach Bad Salzuflen und Bad Pyrmont. Beide Kurorte präsentierten sich von ihrer schönsten Seite – gepflegte Parkanlagen, lebendige Innenstädte und eine angenehme Atmosphäre luden zum Bummeln und Verweilen ein. Bereits hier zeigte sich, dass es sich lohnt, auch bekannte Reiseziele nach einigen Jahren erneut zu besuchen.

Ein ganz besonderer Höhepunkt erwartete uns anschließend in Bad Gandersheim. Dort besuchten wir das Beatles-Musical bei den Gandersheimer Domfestspielen. Zwar galt ein striktes Foto- und Filmverbot, doch die Aufführung selbst entschädigte dafür in jeder Hinsicht. Die Darsteller überzeugten mit hervorragendem Gesang und mitreißender Spielfreude, begleitet vom exzellenten Festivalorchester. Für Fans der Fab Four war dieser Abend ein echtes Erlebnis und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Ebenso wertvoll wie kulturelle Höhepunkte sind auf Reisen die Begegnungen mit Menschen. In Bergfeld verbrachten wir einen wunderschönen Tag bei unseren langjährigen Freunden Rosi und Peter. Seit rund zehn Jahren kreuzen sich unsere Wege immer wieder – zuletzt sogar in Spanien. Das Wiedersehen war geprägt von vielen Erinnerungen, herzlichen Gesprächen und großer Gastfreundschaft. Gerade weil beide Familien in den vergangenen Jahren gesundheitliche Herausforderungen bewältigen mussten, hatte dieses Treffen für uns eine ganz besondere Bedeutung.

Von dort führte unsere Reise weiter nach Mecklenburg-Vorpommern. Grabow überraschte mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und einem idyllischen Stellplatz am Wasser. Von dort aus unternahmen wir eine Radtour nach Ludwigslust. Das imposante Schloss mit seinem weitläufigen Park zählt zweifellos zu den sehenswertesten Anlagen Norddeutschlands und beeindruckte uns ebenso wie die großzügige Gestaltung der gesamten Schlossanlage.

Ein weiterer Höhepunkt war unser längerer Aufenthalt in Elmenhorst bei Rostock. Dort besuchten wir Annes Tochter, die uns gemeinsam mit ihrem neuen Lebensgefährten herzlich empfing. Solche familiären Begegnungen gehören für uns zu den schönsten Momenten jeder Reise. Gleichzeitig bot der Standort ideale Voraussetzungen, um Warnemünde, Rostock und die Ostseeküste zu erkunden.

Warnemünde zeigte sich von seiner lebhaften Seite. Rund um den Alten Strom herrschte reges Treiben, zahlreiche Besucher genossen das maritime Flair, Aschbrötchen und den Blick auf die ein- und auslaufenden Schiffe. Wenige Kilometer weiter fanden wir entlang der Steilküste wieder jene Ruhe, die man an der Ostsee so schätzt. Bei herrlichem Sommerwetter unternahmen wir ausgedehnte Fahrradtouren direkt am Meer und genossen immer wieder den freien Blick bis zum Horizont.

Auch Ribnitz-Damgarten hinterließ einen bleibenden Eindruck. Im Deutschen Bernsteinmuseum erfuhren wir viel über das „Gold der Ostsee” und bewunderten die kunstvollen Arbeiten der Bernsteinschleifer. Weniger überzeugend fiel dagegen der Besuch einer als Therme beworbenen Badeanlage aus,, die unseren Erwartungen an Wellness nicht ganz gerecht wurde. Solche kleinen Enttäuschungen gehören jedoch zu jeder Reise und sorgen im Nachhinein oft für die besten Geschichten.

Den Abschluss unseres Aufenthalts in Mecklenburg-Vorpommern bildete Anklam. Besonders beeindruckt hat uns dort das moderne Otto-Lilienthal-Museum. Die anschauliche Ausstellung vermittelt eindrucksvoll, welche Pionierleistungen Lilienthal für die Entwicklung der Luftfahrt erbracht hat. Zahlreiche Mitmachstationen machen den Museumsbesuch auch für Familien zu einem besonderen Erlebnis.

Natürlich verlief nicht jeder Reisetag vollkommen reibungslos. Baustellen und Umleitungen sorgten gelegentlich für unfreiwillige Extraschleifen, und auf der Heimfahrt verlangte uns der dichte Verkehr rund um Hamburg einiges an Geduld ab. Solche Erlebnisse gehören zum Reisen mit dem Wohnmobil jedoch ebenso dazu wie spontane Begegnungen und kleine Überraschungen am Wegesrand.

Nach rund vier Wochen kehrten wir mit vielen neuen Eindrücken, zahlreichen Fotos und vor allem schönen Erinnerungen nach Hause zurück. Unsere Reise zeigte einmal mehr, wie abwechslungsreich Mecklenburg-Vorpommern ist: historische Städte, beeindruckende Schlösser, kilometerlange Radwege, maritime Landschaften und hetzliche Menschen machen das Bundesland zu einem idealen Ziel für Wohnmobilreisende.

Für uns steht schon heute fest: Diese Tour wird nicht unsere letzte Reise in den Norden Deutschlands gewesen sein.

 

Text: Kalle Meyer

Fotos: Anne Büürma und Kalle Meyer