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Frischluft macht „Laune“: Montage eines Dachlüfters

von Reinhold Stalgies

Es gibt diverse Gelegenheiten, zu denen bessere Luft im Wohnmobil Freude bereitet.

  • Morgens nach dem Aufstehen
  • Feuchte Luft nach dem Duschen
  • Während und nach dem Kochen
  • Hohe Innen-/Außentemperaturen
  • Viele weitere Anlässe

Mit dem Öffnen von Fenstern und/oder der Aufbautür lässt sich in vielen Fällen Abhilfe schaffen, aber gelegentlich sprechen Einschränkungen wie Starkwind, Regen, Schnee und Kälte dagegen. Dann kann man nur abwarten bis der Dunst sich verzogen hat.

In unserem Wohnmobil, einem Frankia Baujahr 2008, ist über der Kochmulde eine Abzugshaube installiert, die beim Kochen schon mal eingeschaltet wird. Nebeneffekt ist, dass in der Zeit durch den Betriebslärm keine Unterhaltung mehr möglich ist.

In neueren, meist hochpreisigen Wohnmobilen wird inzwischen auf der Zubehörliste ein sogenannter Dachentlüfter angeboten. Das sind Lüftereinheiten in der Größe eines „Mini-Heki*“. Diese Lüfter werden auch zum nachträglichen Einbau angeboten. Dann muss jedoch das bestehende Dachfenster ausgebaut und der Lüfter-Rahmen eingebaut werden. Die Leistungsaufnahme der einmotorigen, großflügeligen Lüfter beträgt je nach Fabrikat ca. 36 Watt (bei 12 V). Bei der Größenordnung muss schon über Leitungsquerschnitt und Absicherung nachgedacht werden.

Auf der Suche nach alternativen Lösungen bin ich auf einen Dachlüfter gestoßen, der meinen Vorstellungen und Wünschen sehr nahe kommt. Ein Lüfter-Rack mit 2 Ventilatoren, die zusammen nur 12 Watt bei 12 V aufnehmen. Die Drehrichtung der Lüfter ist für „Luft rein“ oder „Luft raus“ umschaltbar und die Drehzahl ist jeweils in 6 Stufen einstellbar.

Die Entscheidung für den Lüfter der Firma TITAN war zügig gefallen. Zum Preis von € 99,- zuzgl. Frachtkosten kann der unter dem folgenden Link geordert werden: http://go.husx.de/3H

Nach Inaugenscheinnahme des gelieferten Produkts (Rack, Winkel, Schrauben, Anschlussleitung usw.), mussten Überlegungen zur Montage und Installation angestellt werden.

Die Stromversorgung schien dabei die größte Herausforderung zu werden. Dabei ging es nicht allein um Kabelquerschnitt und Absicherung, sondern besonders um den Installationsweg des Anschlusskabels. Es sollte möglichst wenig von dem Kabel zu sehen sein, also nicht einfach „Auf-Putz-Installation“

In unmittelbarer Nähe unseres „Mini-Heki“ befindet sich an der Wohnmobil-Decke die Kleiderschrankbeleuchtung, die direkt an der Lampe geschaltet wird.

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Abb. 1: Anschluss an das Bord-Netz (Foto: Reinhold Stalgies)

Der Stromkreis, der mit 15 Ampere abgesichert ist, versorgt weitere Lampen im Wohnbereich. Um den vorhandenen Leitungs-Querschnitt sowie die Sicherung durch zusätzlichen Anschluss des Lüfters nicht zu überlasten, habe ich drei Halogen-Glühlampen a‘ 5 Watt gegen drei LED-Lampen a‘ 1,2 Watt ausgetauscht. So bleibt der Stromverbrauch(12 Watt Lüfter + 3,6 Watt LED) annähernd gleich. Zuleitung und Sicherung können bestehen bleiben.

Das 2-adrige Anschlusskabel ließ sich ein Stück unter der zum Kleiderschrank gehörenden Deckenverkleidung durchziehen. Eine kleine Strecke über die Wohnmobildecke konnte ich in der Ecke einer Holzleiste mit Heißkleber-Punkten schön flach ankleben und das letzte Stück wurde ebenfalls mit Heißkleber unter die Verkleidung des „Mini-Heki“ geklebt.

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Abb. 2: Kabel mit Heißklebepunkten befestigt (Foto: Reinhold Stalgies)
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Abb. 3: Geklebtes Kabel fällt kaum auf (Foto: Reinhold Stalgies)

Um zu ermöglichen, dass nach der Montage des Lüfter-Rack die Haube des „Mini-Heki“ sowie das Insektenschutzgitter und das Verdunkelungsplissee bedienbar bleibt, muss die korrekte Position ermittelt werden. Bei meinem Test war die Position quer zum Verriegelungsbügel, an der rechten Rahmenseite die Richtige.

Das weitere Vorgehen zur Montage der Haltewinkel – Schrauben oder Kleben – ist in der mitgelieferten Montageanleitung ausführlich, bebildert und beschrieben.

Für die Winkelhalterungen habe ich auf jeder Seite jeweils 2 Löcher in den Rahmen des „Mini-Heki“ gebohrt und die Winkel angeschraubt. Wenn das Bohren eher nicht gewünscht ist, können die mitgelieferten Klebestreifen verwendet werden.

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Abb. 4: Löcher für die Winkelhalterungen (Foto: Reinhold Stalgies)
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Abb. 5: Fester Sitz durch Verschraubung (Foto: Reinhold Stalgies)

Ist das Lüfter-Rack eingehängt, die richtige Position eingestellt und das Anschlusskabel eingestöpselt, kann die Innenverkleidung des „Mini-Heki“ wieder aufgesteckt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Anschlusskabel in die zu überquerende Rahmen-Nut tief eingedrückt wird.

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Abb. 6: Kabel in die Nut drücken (Foto: Reinhold Stalgies)
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Abb. 7: Heki-Rahmen aufgesetzt (Foto: Reinhold Stalgies)

Zunächst wird das Fenster wie üblich geöffnet. Dafür ist eine kleine Umgewöhnung nötig, weil der Verschlussbügel nicht mehr mittig bedient werden kann. Das ist aber kein Problem; alle Öffnungsstufen bleiben erreichbar.

Dann wird das Insektenschutzgitter und das Verdunkelungsplissee bedient. In beiden Fällen kommt es zu einer leichten Berührung mit dem Rack, was aber die Funktion nicht beeinträchtigt.

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Abb. 8: Schutzgitter und Plissee passen (Foto: Reinhold Stalgies)
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Abb. 9: Steuerelektronik übersichtlich und leicht bedienbar (Foto: Reinhold Stalgies)

Der Doppellüfter kann bei geöffnetem Heki Frischluft von außen ansaugen oder Innenluft nach außen befördern. Die jeweils zu befördernde Luftmenge kann in 6 Stufen geschaltet werden. In der Stufe 1 ist das Lüftergeräusch kaum wahrnehmbar, in der höchsten Stufe 6 rauscht es hörbar.

Erster Praxistest bei Außen-/Innentemperatur ca. 30°C wirkte die Luftbewegung wohltuend und die Innentemperatur sank in 15 Minuten um ca. 1°C. Über einen Intensivtest kann erst später berichtet werden, weil das Wohnmobil erst einmal in Scheunen-Ferien geht.

Hier können Sie ein kurzes Video zu Einbau des Dachlüfters ansehen (Englisch):