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Reisebericht: Dänemark 2017

Von Karl-Heinz Lohn

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Foto: Karl-Heinz Lohn

In der Regel bummle ich mit meinem Reisemobil (T4-California) durch die Lande nach dem Motto der Weg ist das Ziel. Diesmal aber war das Ziel Dänemark und so ging die Fahrt direkt von München nach Flensburg – Stellplatz an der Förde.

Am Morgen Langschläfer-Abfahrt  zur Proviantauffüllung in Süderlügum (2300 Einwohner, 10 Supermärkte!!), mit Kaffee und Riesenbutterkuchen, über die Grenze nach Tonder, hinter dem Rathaus mit Wasserturm geparkt, zum Torvet (Markt) und Vestergade, dort sehe ich im Schaufenster eine Spitzenklöppelarbeiterin.

Dann weiter nach Mogeltonder – ein romantischer „Puppenstubenort“ - im Schloß Schackenborg wohnt der zweite Prinz (deshalb keine Besichtigung - nur ein Bummel durch den schönen Park möglich) die Schloßgade ist eine zauberhafte Allee, die Kirche mit schöner Bemalung und Königsloge.  Die Nacht verbringe ich auf dem Picknickplatz „Langdysser“ in der Prärie mit Kühen und Kanal.

Das Dänemarkwetter stellt sich ein mit leichtem Niesel – aber erst nach 10:00 Uhr ist es – fast - immer trocken. Erster Blick vom Deich auf das Meer – mittags immer - Ebbe!! und Pumpwerk. Über den Damm (12km) zur Insel Römö, zuerst nach Lakolk mit Butiek-Centrum im Ort. Ferienhäuser verstreut im Heideland, Kirche mit mehrfachen Anbauten, wie immer mit Segelschiffsmodellen und Huthaken. Das Heimatmuseum „Kommandogarten“ bietet eine Sonderausstellung über das harte Leben der Fischerfauen. Nochmal in Lakolk auf den Strand gefahren, der hier 2-3 km breit ist, deshalb fährt man zum Baden mit seiner Mobil-Kabine vor. In Egebaek abgebogen zum neuen Wattmuseum mit moderner Architektur und Informationen über den Nationalpark Wattenmeer und die Vogelwelt.

In Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, laufe ich vom Park- und Übernachtungsplatz „C“ direkt in die Innenstadt zum Stadtbummel mit Torvet, Dom und netten Kneipen.

Von Ribe fahre ich nach Esbjerg zum „Fiskeri og Sofartsmuseet“ mit einer historischen Werft, Aquarium der Nordseefische und Sonderschau zur Offshore-Energie. Zum Lunch gönne ich mir eine Fiskeplatte im Restaurant „Sydvesten“ auf der Marina. Weiter geht es zu den „Mennesket ved Havet“ Monumentalfiguren am Meer, 9m hoch aus weißem Beton, dann zum Leuchtturm Blavandshuk, der steht auf der Westspitze Dänemarks, hier feiert man Hochzeit. Um den Ringköbing-Fjord über  Hvide Sande nach Ringköbing zum Stellplatz am Yachthafen.

Das nächste Ziel ist Söndervig mit dem Sandskulpturenfestival, das Thema: „Das Leben unter der Meeresoberfläche“. Die Meeresverschmutzung wird angeklagt in Zusammenarbeit mit dem WWF-Dänemark, einer große Wand, Wale und Einzelskulpturen. Es geht nordwärts nach Thyborön zum „Sneglehus“: ein Kapitän hat sein Haus außen und innen mit Muscheln und Schnecken in Farben dekoriert – Kitsch ? dafür kann ich in Holstebro moderne Kunst bewundern. Kaffee in der „Gammle Apothek“, dann Stellplatz am Fähranleger mit Blick auf  den Risgarde Bredning (Nebenarm vom Limfjord).

Glyngöre ist ein schöner Hafen mit Meerjungfrau und einem Fischgeschäft „Glyngöre Shellfish“, hier züchtet Svend Bonde Austern, diese sind nicht mein Ding, so halte ich mich an Räucherhering, der auf der Zunge zergeht. Über die große Brücke fahre ich nach Nyköbing und Nörre Vorupör, ein kleines schnuckeliges Seebad mit Meerwasserpool und Kinderstrand, Fischerboote am Strand. Weiter durch die Natur zum ACSI-Camping in Lökken, ein schön gestalteter Platz lädt zu einem Ruhetag ein.

 

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Foto: Karl-Heinz Lohn
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Sandskulpturen in Sondervig (Foto: Karl-Heinz Lohn)
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In Grenen: ein Bein in der Nord- und eins in der Ostsee (Foto: Karl-Heinz Lohn)

Es folgen die Hauptziele dieser Küste: eine Wanderung über die große Düne zum „Rubjerg  Knude“- Leuchtturm, früher 200m vom Strand entfernt – jetzt nur noch 10m !!,mit Trümmerresten der Wärterhäuser, in Hirtshals sind Fährhafen und Gewerbe, nicht einladend. Durch Skagen und Grenen erreiche ich nach Wanderung an einem Bunker vorbei die nördlichste Landspitze Dänemarks mit Kreuzseen. Ich stehe mit einem Fuß in der Nord- und mit dem anderen in der Ostsee. An der „tilsandede“ (versandeten) Laurentius-Kirche vorbei durch Skagen zur Hafenfront, wo ein Fisch- Buffet mit Sild, Muscheln, Krebsscheren auf mich wartet, Stellplatz in Strandby.

Frederikshaven mit großem Industriehafen ist wenig einladend, weiter südlich bietet das Bangsbo-Museum in den Remisen das Ellinger Schiff, die Zeitgeschichte der NS-Besatzung, Landmaschinen, Herrenhaus mit Haarbildern, Bolsens Stenhave. Der nächste Ort Saeby lädt zum Verweilen auf dem Markt ein. Aalborg hat viele Umleitungen und keine Parkplätze, fahre kreuz und quer, auch an der  Saufmeile vorbei, sehenswert sind die Architektur von Utzon Center und Musikhalle, in der Markthalle am Hafen ein Streetfood-Festival, gesuchte Stellplätze in Gravler mies, deshalb nach Hobro zum Stellplatz am Hafen vor der Holzschiffswerft.

Am Morgen lockt mich das Mariager Salzmuseum mit einer fundierten Ausstellung über Salzgewinnung mit einer holzgefeuerten Salzpfanne aus Blei aber vor allem mit dem „Totes Meer“-Pool, mit 30% Salzsole, ein besonderes Schwimmerlebnis. Ganz anders dann in Randers das Elvis-Presley-Museum, „Graceland“ ein (naja) Nachbau in Originalgröße. Im Rasen Lautsprecher mit Elvis-Hits. Die Nacht in Grenaa auf  Parkplatz am Hafen mit mehreren Mobilen.

Das nächste Ziel ist das schöne Ebeltoft, mit Rathaus und Gefängnis, durch die Adelgade gehe ich  zum Färber-Museum, ein Hof mit mehreren Gewerken. Hauptsehenswürdigkeit ist die Fregatte Jyland, längstes je gebautes Holzschiff mit Museum. Das Rosenholm Slot schließt um 16°° Uhr, davor geparkt und nach Schloßumrundung im Park die Nacht verbracht.

Es öffnet erst um 11°°Uhr, deshalb sofort ab nach Arhus, Kulturhauptstadt 2017, sofort zum zum AroS-Art Museum. Spektakulär der begehbare Regenbogenkreis auf dem Dach, drinnen die Trienale-Ausstellung „Garden“ mit Bildern und Installationen zum Thema Garten. Im Dom schaut man auf den Lübecker Altar. An der Aar Freiluft-Restaurants . Dann zieht es mich in die „Gammle By“ (Alte Stadt) ein Freilichtmuseum mit Stadthäusern aus 3 Perioden : 1864, 1927, 1974. Dazu lebende Darsteller (teilweise): Märchen-Oma, Strick-Kränzchen, Verkäufern, Radio+TV-Laden von 1974.Im Jazzclub „BentJ“ von 1974, seit 2008 im Museum, jetzt Freitags von 14°° bis 17°° Uhr Jam Session.  Stellplatz am Yachthafen Marselisborg.

In Jelling stehen vor der Kirche zwei Runensteine, diese sind die Gründungsurkunde der Wikinger.  Auf dem Kirchplatz zwischen zwei Grabhügeln findet ein großer Wikinger Markt statt mit Kinder-Fest. Dann geht es nach Bogense zum Stellplatz am Yachthafen. Nebenan im Restaurant  „Rögeriet“ lockt ein tolles Fischbuffet. Auf dem Marktplatz steht „Manneken Pis“ (Geschenk Brüssels) und das kleinste Haus Dänemarks.

Auf Schleichwegen erreiche ich ein touristisches Highlight: Egeskoft Slot, große Parkplätze, noch wenig Besuch, Dänen mit Picknick-Ausrüstung, zuerst Schloß-Besuch,  Schloßherr war Großwildjäger, entsprechende Trophäen, weitere Zimmer bieten u.a. ein Riesenpuppenhaus „Titania“ für „Elfen“, im Dachboden Blechspielzeugsammlung, wundervolle Gartenanlagen, in den Remisen große Sammlung von Motorrädern, Fahrzeugen, Campingfahrzeugen, Starfighter, Saab-Draken, Hubschrauber, Draculas Gruft, viele schöne Spielplätze. Am Stellplatz Egeskov-Molle (Mühle) freunden sich die Kinder des südtiroler Womo-Nachbarn mit Katzenkindern an. In Kerteminde besuche ich das Johann-Larsen-Museum, in einem Garten am Meer Haus und Artelier des einheimischen Impressionisten und Vogelmalers. Es folgt die Autobahn über die riesige Storebeltbrücke (240 dKr) nach Korsör, einsamer Stellplatz zwischen Hecken.

Morgens sofort in die Wikinger-Rundburg nach Trelleborg mit Rekonstruktion eines Langhauses, Aktivitätscentrum für die Kids, mit Übernachungsmöglichkeit in Wikingerhütte für 25 dKr. Über Kalundborg erreiche ich Roskilde, in der Domkirke befinden sich in Seitenkapellen die Grablegen dänischer Könige, sehr pompös! Dann zum Hafen in den „Vikingeskibshallen“ mit gefundenen Wikingerschiffen und Aktivitäten für Groß und Klein, z.B. Wikingerbootsfahrten. Stellplatz am Hafen von Frederiksvaerk.

Das nächste Sandfestival in Hundested war etwas schlichter als in Sundested, Thema gemischt, dafür aber eine technische Erläuterung der Anfertigung. Gilleleje ist ein großer Fischereihafen viel Tourismus und frischem Fisch bei Jensen.  Vom Schloß Kronborg in Helsingör blickt man nach Helsingborg in Schweden. Ein gewaltiges Schloß mit wenig Einrichtung, dafür aber spielen Schauspieler Szenen aus Shakespears Hamlet. Ein Kontrast dazu ist das „Louisiana“ -Museum für moderne Kunst, eins der wichtigsten in Europa. Ein schön zum Meer gelegener Park mit Skulpturen (Moore, Miro, usw.) und verstreuten Pavillons für die Kunst. Stellplatz bei Hilleröd.

Noch ein Schloß: Frederiksborg Slot, zuerst in den Barockgarten dann zum Schloß, eindrucksvoll der Audienzraum, die Schloßkirche, und der Ballsaal. Nach einem Smörebröd suche ich den Stellplatz Kopenhagen-City: dort ein unfreundlicher Platzwart: „nicht reserviert-kein Platz!“, die Umgebung Baustellen! Und dann 35€!! Nichts wie weg zum Absalom-Camping für 20 € ein freundlicher Stellplatz für 3 Tage.

Zu Fuß erreiche ich in 15 Minuten die S-Bahn zum Hauptbahnhof. Hier beginnt der Stadtbummel: Rathausplatz, Ströget,  Legoshop, zum Runden Turm mit Aussicht über die Stadt, Nyhavn jetzt eine  Kneipenmeile mit hohem Preisniveau, am „Schwarzen Diamanten“ vorbei durch die Holbergsgade zur Börse, an der Knippelsbro ein Kulturstrand. Aufgelockert wurde der Stadtbummel durch das „Kopenhagen Jazzfestival“. Auf vielen Plätzen und in Hinterhöfen konnte ich Livemusik erleben.

Der nächste Tag beginnt am Kastel, an der Marblekirke vorbei zum Schloss Amalienborg, Wachablösung ohne Musik, Blick auf das moderne Opernhaus gegenüber, am Hafen entlang zur Meerjungfrau, dann Brunch im alten Hafenschuppen Toldxx, langsam weiter mit vielen Jazz-Pausen zum Tivoli, Vergnügungspark mit rasanten Fahrgeschäften, nostalgischen Spielbuden, Theater und vielen Restaurants aller Kategorien. Der Abend schließt mit Illumination und Feuerwerk.

Vom Campingplatz  geht es zum “Blue Planet“ Aquarium: zuerst tropisches Meer= langes Becken als Korallenriff, Riesenbecken mit Glastunnel und Panoramascheibe darin  Haie und Rochen, Einblick in den tropischen Regenwald, Präsentation der Tiefsee, Europas Tierwelt im Terrarium mit Brutfelsen, großer Wasser-Spielplatz (bei Regen!), Badeplatz beim Köge-Kanu-Kajak-Klub.

Es geht weiter südwärts nach Stevens Klint, Kreidefelsen mit der „Hörup gamle Kirke“ der Chorraum mit Altar stürzte 1928 in die Tiefe. Viele Stufen führen nach unten zum Strand. Der Küste folgend erreiche ich Möns Klint, Kreidefelsen ähnlich denen auf Rügen. Aufstieg zum Königinnenstuhl und weiterer Aussichtspunkte. Auf Stellplatz Klintholm geparkt und  im Restaurant gegenüber gönne ich mir das Abschiedsessen.

Der letzte Tag beginnt in der Elmelunde Kirke mit schöner Kalk-Ausmalung, dann über die große Brücke nach Stübbeköbing, schöner Hafen mit Ferienhäusern, in Häsnäs sieht man Häuser nicht nur mit Reetdächern sondern auch die Wände mit Reet verkleidet. Nach Nyköbing noch ein modernes Museum „Fuglsang“ mit dänischen Malern und Panoramafenstern. Nysted ist ein ganz reizender Ort mit kleinem Hafen, in Rödbyhavn erreiche ich die Fähre „König Richard“ nach Puttgarden und verlasse das „hyggelige“ Dänemark.

Grundsätzlich kann ich noch anfügen, der Zugang zum Meer ist überall frei. Allerdings sollte man Badeverbote beachten, sie schützen vor gefährlichen Strömungen. Für die Kids gibt es viele „Legplatsen“ (Spielplätze), bei Museen immer zum Thema passend. Teilweise können sich die Kinder verkleiden, fechten, Brot backen, u.ä. Für Tipps zum Shopping bin ich als männlicher Single nicht kompetent, obwohl dänisches Design auch mein Gefallen findet. Das Wetter kann täglich wechseln, aber als Mobilfahrer ist man ja flexibel.

Fazit: Die Tour war entspannend auf kleinen Straßen wenn man hauptsächlich der „Margeritenroute“ folgt. Bauernhöfe bieten Frisches (Erdbeeren) neben der Straße an. Auch in der Hauptsaison (ab 1. Juli) fand sich immer ein Stellplatz.