Video-Interview mit Präsident Krag und RU-Pressereferent Peter Hirtschulz

Erstellt von Thomas Schmies | |   RU

Der Caravan Salon 2018 in Düsseldorf ist sehr erfolgreich zu Ende gegangen. Die Reisemobil Union e.V. (RU), Dachverband der Reisemobilisten in Deutschland, zeigte auf ihrem Messestand ständige Präsenz und informierte die Besucher über die Arbeit und Ziele der RU. Laut Satzung vertritt die RU die Interessen der Reisemobilfahrer, insbesondere gegenüber öffentlichen Körperschaften, den Hersteller- und Händlerverbänden. Ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld der RU ist es, neue Reisemobilstellplätze zu aktivieren. Der RU-Präsident, Winfried Krag, hat uns im Gespräch seine Eindrücke auf dem diesjährigen Salon mitgeteilt.

[ Original-Artikel von https://caravaning-institut.de/, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors ]

Frage: Herr Krag, der Caravan Salon 2018 ist soeben zu Ende gegangen. Die Reisemobil Union war ebenfalls mit einem eigenen Stand vertreten. Wie ist ihr Messefazit?

Antwort: Die Reisemobil Union ist seit vielen Jahren auf den großen Branchenmessen vertreten, um für die Belange der Reisemobil-Fahrer zu werben und zu informieren. Der Caravan Salon, als größte Messe für die mobile Freizeit weltweit, zählt natürlich zu unseren wichtigsten Messen. Unser erstes Messefazit ist, dass wir sehr viele Interessenten an unserem Stand begrüßen durften und auch neue Mitglieder für die Reisemobil Union gewinnen konnten.

Frage: Welche Themen haben die Standbesucher besonders angesprochen?

Antwort: Die Reisemobil Union setzt sich bereits über Jahre für folgende Punkte ein:

  • Erweiterung des Führerscheins B1 auf 4,25 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht
  • kein Überholverbot (Zeichen 277) für Reisemobile über 3,5 Tonnen
  • legales Parken von Reisemobilen an Autobahn-Rastplätzen
  • Vereinheitlichung europäischer Richtlinien im Straßenverkehr

Diese Themen müssen zum Teil auf europäischer Ebene in Brüssel beschlossen werden und nehmen daher viel Zeit in Anspruch. Unsere Mitglieder erwarten von uns, dass wir kontinuierlich diese Themen vorantreiben.

Frage: Gibt es ein besonderes Thema, welches sich auf dem diesjährigen Caravan Salon herauskristallisiert hat?

Antwort: Ganz klare Antwort: Ja, die Initiative C-Kennzeichen hat viele unserer Besucher interessiert.

Frage: Was hat es mit dem C-Kennzeichen auf sich?

Antwort: Diese Initiative verfolgt das Ziel, für Reisemobile eine einheitliche, klare und transparente Regelung zu schaffen, um nicht in die unsägliche Diskussion von Dieselfahrverbote hineingezogen zu werden. Es soll eine Regelung erreicht werden, wie sie bereits seit 1995 für Oldtimer-Fahrzeuge mit dem H-Kennzeichen durch den Gesetzgeber eingeführt worden ist. In der Kurzfassung kann man sagen: „Freie Fahrt für Freizeitfahrzeuge.“

Frage: Haben Reisemobile diesen Sonderstatus verdient?

Antwort: Die Reisemobil Union unterstützt das Anliegen, denn Reisemobile sind Fahrzeuge mit einer vergleichsweise geringen Laufleistung, bei einer sehr hohen Lebensdauer gegenüber anderen Vergleichsgruppen. (Anm. der Red.: durchschnittliche Laufleistung von etwa 6.500 Kilometer pro Jahr; Lebensdauer über 13 Jahre). Zudem dienen unsere Reisemobile ja auch der Urlaubsreise und Erholung und verfügen auch dort über sehr gute Verbrauchswerte im Vergleich zu Flugzeugen oder insbesondere Kreuzfahrschiffen. Insgesamt ergibt sich durch das Reisen mit den Wohnmobilen eine verhältnismäßige geringe Belastung für Umwelt und Natur. Außerdem stellt die Caravaning-Branche einen erheblichen und positiven Wirtschaftsfaktor für die gesamte Republik wie auch für den Tourismus dar.

Frage: Können Sie diese Aussage belegen?

Antwort: Ja. Der Caravaning Bereich ist ein boomender Markt mit mehr als 93.000 Beschäftigten und einer Wirtschaftsleistung von 23,3 Milliarden Euro Umsatz. Dies entspricht einer Steuerleistung von rund 4,4 Milliarden Euro. Diese Zahlen stammen übrigens vom CIVD (Caravaning Industrie Verband Deutschland). Auf Campingplätzen werden aktuell über 30 Millionen Übernachtungen gezählt und der Umsatz liegt laut BVCD (Bundesverband Deutscher Campingplatzunternehmer) bei über drei Milliarden Euro.

Frage: Der Caravan Salon 2018 ist nun vorbei. Was sind für Sie als Präsident der RU die nächsten Aufgaben?

Antwort: Jetzt erholen wir uns ein paar Tage vom Salon und dann geht es bereits wieder an die Vorbereitungen für unsere Mitgliederzeitung „MobilSzene aktuell“, die Anfang Oktober erscheint. Dann stehen bereits die Planungen für weitere Messen und Gruppentreffen an. Parallel sind wir natürlich weiter mit politischer Lobbyarbeit befasst, um uns für die Rechte der Reisemobilisten bei den relevanten Institutionen einzusetzen.

Herr Krag, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch.

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D.C.I. - Initiative C-Kennzeichen: Auch die Reisemobil Union unterstützt die Aktion