Stellplatzsituation verbessern

WoMoKettwig
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Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von WoMoKettwig » 26. April 2017, 19:43

Sehr geehrter Vorstand,
liebe Mitglieder der Reisemobilunion,

ich habe heute das Vorwort der neuen "MobilSzene" gelesen.

Natürlich ist es völlig richtig das Thema "Stellplätze" gleich ins Editorial zu setzen. Ich finde es auch sehr gut dieses Thema in die Jahreshauptversammlung zu bringen. Gern würde ich als Mitglied dabei sein, aber leider bin ich zu diesem Zeitpunkt bereits geschäftlich verplant, sodass ich hiermit erst einmal nur einen schriftlichen Beitrag leisten kann. Ich sehe daher meine Eingebungen als Beitrag zur Hauptversammlung und erlaube die Veröffentlichung.

Die Stellplatz Problematik merken wir, die nicht Rentner sind und deshalb nicht schon in der Woche anreisen können, mittlerweile jede Woche. Wir kommen und finden keinen Platz auf begehrten Stellplätzen. Auch in "Nebenzeiten" sind Plätze voll. Und es gibt auch immer noch Gegenden die mit Reisemobil-Stellplätzen völlig unterversorgt sind.

In dieser Situation geht es nun darum, das entweder bestehende Stellplätze vergrößert, optimiert oder neue geschaffen werden. Also wie ist das zu erreichen, wie überzeugen wir Gemeinden oder Investoren in Stellplätze zu investieren?
Ich habe dazu ganz klare Vorschläge und bin bereit mitzuwirken, sofern das meine Zeit erlaubt.

o Stellplätze, keine Campingplätze
Gleich an den Anfang stelle ich den wichtigsten Punkt, weil ich überzeugt bin, dass dieses extrem wichtig für die Forderung nach neuen Stellplätze ist: Lassen wir endlich ab von dieser dämlichen, weil hinderlichen Forderung nach Toiletten und Duschen auf Wohnmobilstellplätzen. Duschen und Toiletten sind ein Relikt aus Camperzeiten, für Reisemobilisten überflüssig, weil wir das alles an Bord haben. Wer das Equipment benötigt kann gern auf Campingplätze gehen. Für Gemeinden und private Stellplatzbetreiber entstehen dadurch größere Investitionskosten und hohe, völlig überflüssige Folgekosten. Und dadurch verteuern sich konsequenterweise für uns die Übernachtungskosten, auch das sollten wir verhindern. Ein Stellplatz mit Dusche und Toilette wird dann bald nicht unter 25 € zu bekommen sein. Jeder Reisemobilist ist aufgefordert diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.
In dieser Forderung legitimiert sich auch die Reisemobil Union, die nicht die "Camperunion" oder "Campingplatzunion" per Definition ist. Sollten sich die Mitglieder oder Vorstand hier anders aufstellen, dann fordere ich sofort dazu auf gemeinschaftlich diesen dann überflüssigen Verein zu verlassen oder in "Gesellige-Wohnmobil-Rentnerrunden-Plan-Verein, kurz GWRPV" umzubenennen. Das war bei allem Ernst etwas Spaß.

o Aber auch Campingplätze
Nicht dass ich falsch verstanden werde, ich bin auch für einen Ausbau der Campingplätze. Ich bin auch für hochwertige "Glamping-Plätze". Aber für die sind eben andere zuständig, meist besser verdrahtet, weil die eben viel länger am Markt agieren und schon gar keine Unterstützung benötigen. Nicht den Verband der Reisemobilisten.

o Menschen brauchen leider Regeln
Auch Stellplätze brauchen klare Regelungen für das Miteinander. Ganz wichtig ist die Größen-Markierung von Stellplätzen durch die Stellplatzbetreiber, damit nicht die "Hauptsache ich habe genügend Platz“ Breitmacher, die sich auf Kosten der "Kein Platz mehr Finder" Raum durch Ausfahren der Markise belegen oder gleich mehrere Plätze belegen. Auf ganz vielen Stellplätzen könnten dadurch erheblich mehr Plätze ausgewiesen werden. Eine ganz einfache Maßnahme, die in Zusammenarbeit mit Stellplatzbetreibern Tausende zusätzlicher Stellplätze ermöglicht.
Natürlich ist nicht damit gemeint, dass keine Markisen mehr genutzt werden sollen, natürlich nicht, aber bitte nur dann, wenn ausreichend Stellplätze vorhanden sind. So etwas nennt man soziales Verhalten, ein Verhalten, welches vielen Zeitgenossen abhanden gekommen ist.

o Benehmen schärfen, Platzverbote erteilen
Besonders unsozial agierende Wohnmobilisten sind definitiv Platzverbote zu verhängen, denn sie bringen das System, bringen die überwiegende Mehrheit der Wohnmobilisten in Verruf. Einige Stellplätze wurden von Gemeinden geschlossen weil eben diese wenigen Proleten (sorry, das ist nicht polemisch) sich auf Kosten der Mehrheit daneben benommen haben. Gemeint sind die, die auf dem Stellplatz und nicht an der Entsorgung entsorgen, die Schweine, die Müll nicht entsprechend entsorgen, die mehrere Plätze belegen, obwohl andere einen Platz suchen, die Gebühren nicht bezahlen, die auf Stellplätzen Generatoren betreiben, usw. Diese Typen haben auf dem Campingplatz keine Chance, dort fliegt man sinnvollerweise sofort raus, weil Personal vor Ort ist und die anderen Gäste sofort auf die Barrikaden gehen.
Solange Egoismen Chancen haben das Gemeinschaftsdenken konterkarieren, wird es nichts mit Entwicklungen.

o Reservierungen
Für Nicht-Rentner ist auch die Möglichkeit Plätze zu reservieren ganz wesentlich, damit man sich bei weiter Anreise und fehlenden Alternativen darauf verlassen kann, dass der Platz auch vorhanden ist. Die Stellplatzbetreiben sollten sich diese Reservierung bezahlen lassen und das Entgelt vorab (!!) per Überweisung kassieren. Eine gute Organisation der reservierten Plätze vor Ort ist wichtig, leider klappt das manchmal nicht.

o Gemeinden aktivieren
Fordern wir die Gemeindeverantwortlichen auf, Brachflächen für die Nutzung von Wohnmobilisten zu aktivieren. Ebenso könnten Parkplätze abgeteilt werden oder Aktivieren wir die örtliche Presse, die örtlichen Marketing Vereinigungen, die Unternehmen (als Gastwirt sollte man großes Interesse daran hegen) vor Ort. Nur mal darüber in der "MobilSzene" zu schreiben reicht nicht aus. Ich glaube auch nicht, dass es etwas bringt die "große Politik" einzuschalten, das ist eine Sache der Gemeinden vor Ort. Man braucht Fürsprecher und nicht den, der von Schmutz, Dreck und Ferkeleien auf Wohnmobilstellplätzen berichtet.

o Investoren suchen und finden
Neben den Gemeinden gibt es viele, die gern einen Stellplatz betreiben würden, die mit oder ohne finanzielle Unterstützung einen Wohnmobilhafen als Lebensunterhalt oder Nebenerwerb betreiben möchten. Eine tolle Sache, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Auch die Fördermitglieder und Händler könnten sich positiv einbringen.

o Campingplätze können Stellplätze einrichten
Sprechen wir mit Campingplatzbetreiber neben den normalen Campingplätzen auch Plätze für Reisemobilisten einzurichten, ohne den Zugang zu den aufwendigen Campingplatz Equipment (wohl aber Entsorgung und Strom).
Beispiel Koblenz: Der Knaus-Campingpark kostet pro Nacht mehr als 35 €, der Reisemobilstellplatz davor 15€. Weitere Beispiele kennt jeder Reisemobilist.

o Was brauchen Reisemobilisten?
Wirklich wichtige Anforderungen an Reisemobilstellplätze sind: Strom nach Verbrauch abgerechnet, gute Ver- und Entsorgung mit Bodeneinlass und immer mehr verlangen Reisemobilisten auch wLan am Platz und einen guten Mobilfunkempfang. Natürlich die Lage zu den begehrten Zielen vor Ort, einfache Bezahlmodelle und Müllentsorgung, etc.
Fordern wir die Gemeinden auf, die Fachleute - möglichst über die RU - zu kontaktieren um einen guten, bezahlbaren Stellplatz zu planen.

o Nähe zur Wohnmobilpresse
Die Wohnmobilpresse hat entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung indem vor Allem den Gemeinden die Chancen verdeutlicht werden, die für die Gemeinden aus dem Wohnmobil Boom entstehen können. Positiv sehe ich auch die Aktion von Promobil, die eine "Aktion zur Stellplatz-Situation in Deutschland" ins Leben gerufen haben. Der Aufruf alleine reicht aber nicht aus, Taten müssen folgen und jeder Wohnmobilist selbst hat den Erfolg dieser Aktion mit in der Hand.

o Die Reisemobilunion - Vorstand und Mitglieder
Und nicht zuletzt ist die Reisemobil Union und deren Mitglieder sind gefragt immer wieder Gemeinden anzuschreiben, Kontakte zu nutzen und auf fehlende Kapazitäten hinzuweisen. Ich habe in den letzten Monaten diverse Schreiben versendet, die Gemeinden aufgefordert, sich mit dieser Chance für die Gemeinde zu beschäftigen. Nicht immer haben die Gemeinden ein offenes Ohr oder haben schlechte Erfahrungen.
Es ist auch die Aufgabe des Vorstandes der Reisemobil Union die Mitglieder zu aktivieren. Ich freue mich, dass der Vorstand dieses Thema angezogen hat.
Auch die Fördermitglieder müssen sich engagieren, entweder durch eigene Investitionen oder durch Pressearbeit.
Gut, dass es neben den elitären und regionalen Verbänden einen Verband gibt der „alle“ Reisemobilisten vertritt, eben eine Reisemobilisten Vertretung. So muss es auch rüber kommen.

o Unsere Verbände und Vertretungen
Sehr wichtig sind neben der Reisemobilunion die anderen wichtigen Wohnmobil Vereinigungen, vornweg der EMHC, aber ganz besonders der ADAC.
Der ADAC hat auf höchster Ebene Kontakte und Reputation. Ich empfehle dem Vorstand der RU Kontakte zum ADAC zu forcieren. Wir brauchen bedeutende Fürsprecher. Ganz sicher kommt man am ADAC nicht vorbei.
Und da gibt es die Profis für Pressearbeit und Menschen, die so eine Arbeit können und dafür bezahlt werden etwas umzusetzen.

o Gemeinden lokalisieren
Gemeinden mit unzureichendem „Sinn“ für Wohnmobile, die auch noch nicht den richtigen "Empfang" haben, also ohne oder zu wenig Stellplätze sowie ohne Versorgungen sollten wir in einer Liste zur vielfältigen Abarbeitung erstellen und veröffentlichen. Nicht an den Pranger stellen, nein auffordern sich mit den Chancen zu beschäftigen. Ich habe für mich schon mal angefangen so eine Liste zu erstellen. Erstaunlich ist, dass diese Gemeinden ohne Sinn für Wohnmobilisten nahe bei einander sind. Wenn eine Gemeinde Erfolg bekommt schnell die Nachbargemeinde „Neid“.
Vielleicht könnte so etwas über die RU Homepage gepflegt werden.

Immer gilt: Wer die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes will und braucht kann ja Campingplätze nutzen. Die Versorgung mit Campingplätzen ist in Deutschland recht ordentlich. Reisemobilisten, um die geht es hier, brauchen die Infrastruktur eines Campingplatzes nicht. In der letzten Zeit erkenne ich das in den Köpfen von einigen Reisemobilisten die "Campingplatz Anforderungen" Raum greifen. Diese "Köpfe" sind aber auch die ersten, die sich beschweren, wenn demnächst die attraktiven Stellplätze nicht mehr unter 25 € pro Nacht zu bekommen sind.
Dieser wenig intelligente Vorgehensweise - weil nicht konstruktiv und schon gar nicht zielführend was Anzahl und Preise betrifft - müssen wir, besonders der Verband, begegnen.

Nochmal, ein wichtiges Anliegen in diesem Zusammenhang ist der Preis für Stellplätze. Gemeinsam sollten wir dafür kämpfen, dass die Preise sich halten. Die Preise entwickeln sich ganz schnell nach oben, schauen wir nach Italien und den Niederlanden. Das geht nur, wenn die Kosten im Griff gehalten werden, wenn Preise auch bezahlt werden und wenn unsoziale, die den Betreibern Folgekosten bescheren, von der Gemeinschaft in die Schranken gewiesen werden. Natürlich reflektieren die Reisemobilisten die gesamte Palette der Bevölkerung. Klar, auch Deppen gibt es genügend unter uns, immer wieder auf einem gefüllten Platz sieht man welche von dieser Spezies.

Ich werde diese Email auch anderen Presse Organen zur Verfügung stellen, da ich glaube, dass der Inhalt so wesentlich für Veränderungen ist, dass das Gedankengut Einklang bei den Verantwortlichen finden muss.
Und wie immer „steter Tropfen….“

Freundliche Grüße

Peer Gunter Groll
Mitglied in der Reisemobilunion e.V.

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RMB-Wolf
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von RMB-Wolf » 28. April 2017, 13:20

Hallo Herr Groll,

Ihren Ausführungen stimme ich im großen Ganzen zu. In meiner aktiven RU-Zeit habe ich dazu beitragen können, dass einige Gemeinden das Thema ‚Reisemobiltourismus und Stellplatz’ besser verstehen lernten und dann (in unserem Sinne) die Anlagen realisierten. Leider waren es nur wenige. Die Mehrheit der Stellplätze entsteht noch immer, indem die eine Gemeinde das Konzept einer anderen (Nachbar)Gemeinde kopiert – inklusive der Mängel bzw. „Luxus-Ausstattung“.

In einigen wenigen Punkten will ich hier Ihre Aussagen / Forderungen ergänzen bzw. meine etwas andere Sicht begründen:

Die Unterscheidung zwischen CP und Stellplatz ist bzw. sollte klar sein bzw. muss landesweit verstanden werden. Doch hierzu gibt es mein erstes Aber. Die Ergebnisse der Umfragen auf Messen und unter den RU-Mitgliedern zeigen deutlich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. 60% der Reisemobilisten gaben an, mehrheitlich(!) auf einem CP zu übernachten und 24% unserer Reisemobilkollegen fahren Stellplätze nur an, wenn dort WC und Dusche vorhanden sind. Tendenz steigend! - Dafür gibt es diverse Gründe / Argumente. Eingefleischte Reisemobilisten, die wo immer sie können / dürfen einsam in Feld und Flur übernachten, werden darüber müde lächeln. Das ändert aber nichts an dem aktuellen Trend. Die Stellplatzbetreiber werben bereits mit Waschmaschine, Sauna u.a.m. Verrückt oder Zeitgeist – oder beides?
Zu meiner „Schande“ muss ich gestehen, dass auch ich eine (saubere) Dusche auf einem Stellplatz nicht verschähe obwohl ich eine „richtige“ Duschkabine an Bord habe. Ich nutze das Angebot, weil ich mir damit die sonst erforderliche nachträgliche Reinigung/Trocknung erspare, also aus reiner Faulheit / Bequemlichkeit. Und ich verlängere damit mein Ent- / Versorgungsintervall. So mag jeder ein anderes Argument pro Duschangebot haben. Bei mir ist die Stellpatzwahl davon jedoch nicht abhängig, meine Priorität heißt Nachtruhe.

Zu Ihrem Vorschlag, den ADAC zu kontaktieren, kann ich Ihnen berichten, dass das versucht wurde. Eine lange Geschichte; im Ergebnis ist klar festzustellen, dass der ADAC seine ureigene Suppe kocht und kochen will und nach meiner Einschätzung und nach den dort geführten Gesprächen nicht einmal bereit ist, zwischen Campern und Reisemobilisten zu unterscheiden!

Zu guter (oder „schlechter“) Letzt gilt in jeder Organisation, dass für die Erreichung der gesetzten Ziele aktives und befähigtes ‚Personal’ zur Verfügung stehen muss. Daran scheitert es in der RU m. E. von Anfang an. Die möglicherweise Befähigten haben keine Zeit und einigen der wenigen „Willigen“ fehlt schlicht die erforderliche Qualifikation. Das ist nicht böse gemeint, jeder hat seine Stärken. Doch wer in der RU und für die RU das Thema Unfallsicherheit betreuen soll – um nur ein Beispiel zu nennen – der muss über das Fachwissen verfügen. Lobbyarbeit ist kein Kinderspiel. Gleiches gilt für die Stellplatz-Beratung und alle anderen Themen. – Für mich haben Sie hier einen guten Beitrag mit guten Argumenten veröffentlicht. Derartige Vorschläge und Forderungen gab es auch schon früher. Es ist leider immer dabei geblieben.

Beste Grüsse
RMB-Wolf

Tante Erna
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Tante Erna » 28. April 2017, 19:08

Ich bin mit der Stellplatzsituation in Deutschland vollauf zufrieden.
Wer daran rumnörgelt möge bitte ein Land benennen wo dies besser ist als bei uns.
Auch entstehen allerorts laufend neue günstige Stellplätze.

Dass ich wegen Überfüllung mal keinen Platz finde habe ich in vielen Jahren nur ganz selten erlebt.
Und wenn mal, dann fahre ich die paar Kilometer bis zum nächsten Platz.
Oder ich suche mir einen geeigneten Parkplatz in der Nähe bis spätestens am nächsten Tag was frei wird.

Das Hobby Wohnmobilreisen erfordert etwas Flexibilität - das gehört zur Abenteuerlust dazu.
Als Rentnerin habe ich keine Probleme damit - warum dies bei "Nichtrentnern" anders ist kann ich nicht nachzuvollziehen.
Auch nicht was das Ganze mit "Rentnern" und "Nichtrentnern" überhaupt zu tun hat.

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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von RMB-Wolf » 29. April 2017, 17:19

Hallo Tante Erna,

vielleicht antwortet Dir der Urheber dieses Threads noch selbst. Ich verstehe seinen Beitrag hier als ‚Verbesserungsvorschlag’. Dass es in diesem unserem Lande eine vergleichsweise gute Stellplatzdichte gibt ist sicher richtig. Aber auch Gutes kann man/frau besser machen. Auf den Hinweis bzw. die Aufforderung anzugeben, wo die Stellplatzsituation besser ist als bei uns, fällt mir spontan Italien ein ... Einzig die dort oft erlebte Enge, sprich: der Abstand zwischen den Reisemobilen, ist nicht mein Fall – und aus Sicht eines Feuerwehrmannes auch gefährlich und sollte deshalb kein Vorbild sein.

Das Thema ‚Überfüllung’ wird in der Tat zunehmend ein Problem. Selbstredend gilt es vornehmlich für die Orte, wo „alle“ hinwollen. Ich kenne genügend stille Stellplätze, deren Betreiber sich eine solche Nachfrage wünschen. Ganz egoistisch habe ich bereits vor Jahren aufgehört, meine (Stellplatz)Tipps im www zu veröffentlichen! Einzig der Herausgeber der Stellplatz-Datei ‚Mobilisten.de’ erhielt meine Hinweise, soweit die Orte in seinem umfangreichen Verzeichnis (mit ehrlichen, sachlichen Bewertungen der Location) noch nicht enthalten waren.

Rentner bilden eindeutig die Mehrheit der aktiven Reisemobilisten. Das ist doch auch ganz logisch. Wer sonst hat die (Frei)Zeit, durch die Lande zu reisen? Wenn also die ‚Alten’ den ‚Jungen’ am Wochenende die begehrten Stellplätze blockieren, dann dürfte dies von den noch Werktätigen ganz ähnlich empfunden werden, wie der Rentner, der glaubt unbedingt am Freitagabend oder am Samstag bei Aldi & Co seinen Einkauf erledigen zu müssen ...

Beste Grüsse
RMB-Wolf

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Siegfried
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Siegfried » 3. Mai 2017, 19:24

Hallo Peer Gunter,

ich stimme Deinen Vorschlägen persönlich uneingeschränkt zu, obwohl mir die Situation nicht so dramatisch erscheint.
Die enormen Steigerungsraten der Reisemobilneuzulassungen, lassen allerdings zunehmende Enge befürchten.

Wie schon geschrieben wurde, gibt es viele Reisemobilisten, die Campingplätze oder all inclusive- Stellplätze bevorzugen - diese darf die RU natürlich nicht außer Acht lassen.

Ich persönlich habe mich, schon beim vorherigen Präsidium, bereit erklärt, regional Stellplatzberatung zu betreiben. Ich habe mich dafür durch intensives Internetstudium über vorhandene Veröffentlichungen, Broschüren, Angebote etc. schlau gemacht und auch ein entsprechendes Fachseminar am Rande der CMT besucht. Außerdem verfüge ich als Reisemobileigner seit 1989 so über die eine oder andere persönliche Erfahrung.

Meine Erlebnisse als Stellplatzberater sind leider nicht ermutigend: Viele Kommunen sind völlig beratungsresistent, weil sie schon vorgefestigte Vorstellungen oder Angebote einer bevorzugten Firma haben oder weil sie sich z.B. bereits auf ein nur wenig geeignetes Gelände festgelegt haben.
Ein Beispiel, das mich sehr geärgert hat: Eine Gemeinde am Tegernsee fasst einen Ratsbeschluss, dass ein Stellplatz angelegt werden soll. Die RU hört davon, und ich kontaktiere den Bürgermeister, der auch Interesse an unserer Beratung signalisiert; es wären aber noch einige Dinge vorab zu klären, dann würde man sich wieder melden. Ich schicke schon mal die Stellplatzbroschüre der RU und warte - melde mich hin und wieder, um nachzufragen.
Endlich soll es konkret werden. Ich bekomme ein Luftbild des vorgesehenen Geländes und Ansprechpartner in der Verwaltung. Weitere Informationen werden ausgetauscht, und ich werde um einen Besuch vor Ort gebeten.
Natürlich fahre ich hin, schon am Vortag, und übernachte am (bisher inoffiziellen) Stellplatz. Sofort wird mir klar: Das ist kein geeignetes Gelände, denn es liegt direkt an der Bahn - Züge fuhren bis nach Mitternacht ca. 10 Meter vor meiner Frontscheibe vorbei. Außerdem ist es zu klein.
Ortstermin mit 2. Bürgermeister, Bauamtsmitarbeiter und Verwaltungsmitarbeiterin: Es gibt keine Alternative! Meine Bedenken werden weggewischt.
Also konzentrieren wir uns auf eine praxisgerechte Installation einer V&E- Anlage: DasBauamt ist gar nicht sicher, ob man hier einen Kanalanschluss mit dem nötigen Gefälle hinbekommen würde; Vorschlag: Ablaufeinlass auf kleinen Hügel bauen - mein Einwand, dass kein Abwassertank leer läuft, wenn der Auslass am höchsten Punkt steht, stört die Herren nur...

Schließlich erläutere ich der Dame von der Verwaltung in ihrem Besprechungsraum die mitgebrachten Unterlagen und erfahre, dass man schon ein Angebot eines Lieferanten der V&E- Anlage vorliegen habe.
Am liebsten würde man alles so bauen, "wie in Bad Aibling". (Die dortige V&E ist meines Erachtens alles andere als beispielhaft...)

Weiter erfahre ich, dass der 1. Bürgermeister strikt gegen einen Stellplatz ist und im Rat überstimmt wurde - jetzt sei er beleidigt und leiste passiven Widerstand. Und ein einflussreicher Anwohner habe schon die Presse mobilisiert und würde sicher durch alle Instanzen gehen.

Ich schlage dringend vor, bei dieser Ausgangslage doch über einen alternativen Standort nachzudenken.
Und wir wollen in Kontakt bleiben.

Später entnehme ich der Presse, dass der Gemeinderat seinen Beschluss revidiert hat - es soll kein Stellplatz mehr gebaut werden.

So langsam gewinne ich den Eindruck, dass Beratung, die nichts kostet, wenig wertgeschätzt wird.
Vielleicht sollte die RU Honorar verlangen?

Gruß
Siegfried

P.S.: Ich habe die Fahrt an den Tegernsee aus eigener Tasche bezahlt - die RU hat das keinen Cent gekostet.
War vielleicht auch falsch?

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RMB-Wolf
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von RMB-Wolf » 4. Mai 2017, 13:50

Im Ergebnis der Ausführungen von Siegfried, d.h. seinen Erlebnissen / Erfahrungen vermisse ich eine Aussage, was die RU daraus für Schlüsse zieht bzw. ziehen soll. (Den Hinweis bzw. die Frage, ob die RU erfolgreicher wäre, wenn die Beratung nur gegen Bezahlung erfolgt, nehme ich nicht ernst.)

Ganz allgemein ist jeder Erfolg oder Misserfolg, jemanden eine Beratung anzubieten, auch davon abhängig, wie sich der Berater präsentiert. Nicht ohne Grund werden ‚Verkäufer’ geschult, lernen also, wie man seine Dienstleistung „verkaufen“ muss. Wenn beklagt wird, dass oft die Hersteller der V / E – Stationen bei Neubauprojekten Einfluss auf die Stellplatzplaner nehmen bzw. haben, spricht das für deren Geschäftstüchtigkeit, für die bessere verkäuferische Fähigkeit.
Aber selbst der ‚Superverkäufer’ wird nicht jedes Projekt an Land ziehen können. Deshalb sollte sich niemand entmutigen lassen, wenn seine Bemühungen vergeblich waren. Eher sollte RU-intern diskutiert werden, was zu tun ist, um die RU bei den kommunalen Behörden als kompetente und neutrale(!) Beratungsadresse bekannt zu machen. Gerade die von den Herstellern unabhängige Beratungsmöglichkeit sollte die RU bei der Akquisition betonen, Kommunen sind dazu verpflichtet.

Und auch das gilt es zu verstehen: Ein oder zwei lobenswerte „Auftritte“ ersetzen leider keine Strategie.
Diesbezüglich gab es auch von anderen RU-Mitgliedern in der Vergangenheit aus eigenem Antrieb diverse Beratungsversuche und auch erfolgreiche Beratungen, ebenfalls unbezahlt (und unbezahlbar). – Damals wie heute fehlt(e) das Konzept.

Beste Grüsse
RMB-Wolf

Rüdiger_N.
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Rüdiger_N. » 4. Mai 2017, 16:41

Hallo Siegfried,

Dein lobenswerter Einsatz am Tegernsee war wohl auch deshalb vergeblich, weil es dort in allen Gemeinden eine starke Lobby gegen Wohnmobilstellplätze gibt.
Diese besteht aus zahlreichen ebenso wohlhabenden wie auch einflussreichen Immobilienbesitzern, die mit Blick auf Werterhalt keine "Camper" als Nachbarn dulden.
Wer sich als Bürgermeister nicht daran hält muß spätestens beim nächsten Wahltermin um sein Amt fürchten.
Aus genau diesen Gründen wurde erst vor wenigen Jahren der ehemalige Wohnmobilstellplatz in Bad Wiessee geschlossen.

Entgegen einem alten Sprichwort muß guter Rat nicht unbedingt teuer sein um auch ernst- und angenommen zu werden.
Als Herausgeber eines bekannten Stellplatzportals werde ich öfters wegen Stellplatzplanungen um Rat gefragt und dieser wird dann in der Regel auch berücksichtigt.
Owohl auch ich kein Geld dafür verlange. Zumindest solange nicht, wie keine Reisekosten für Ortsbesichtigungen anfallen.

Schöne Grüße und allzeit gute Fahrt

Rüdiger N.

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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von RMB-Wolf » 5. Mai 2017, 09:26

Wenn ich den für mich bisher interessanten „kleinen Meinungsaustausch“ in dieser Diskussion betrachte, frage ich mich, warum der hier ganz oben im ersten Beitrag in der ersten Zeile direkt angesprochene ‚Vorstand’ schweigt, warum keiner der Dame und der Herren ‚Vorstandsmitglieder’ reagiert. – Hallo, das ist das RU-Forum!

Es wäre sicher nicht falsch, dass ein Vorstandmitglied hier informiert, was aus diesem Gremium in Sachen ‚Stellplatz’ bisher unternommen wird bzw. in nächster Zeit geplant ist. Bis die nächste MSa verteilt wird, hat sich die Welt schon sehr viel weiter gedreht ... Aktualität, auf neudeutsch ‚zeitnahe Reaktion’ muss heute sein, wenn man/frau nicht das Image eines verschlafenen Rentnervereins bestärken will.

Aber dieses von mir kritisierte Manko bzw. Fehlverhalten hat Tradition in der RU. Es wird kandidiert und man/frau lässt sich wählen – und dann ist Schweigen.
Kein Wunder, dass die Zahl der zahlenden Mitglieder stetig sinkt. - Die JHV ist kein Ersatz für die notwendigen Diskussionen, und sie ist regelmäßig eine Versammlung von nur sehr wenigen Mitgliedern und kann bzw. muss (!) damit als nicht repräsentativ eingeordnet werden. Eine Diskussion in der MSa ist wegen der Erscheinungsweise weder möglich noch sinnvoll. Es bleibt somit das RU-Forum. Das ist nicht nur zeitgemäß, sondern auch das probate Instrument für den Gedankenaustausch für Vereinsmitglieder (und andere an der RU interessierten Reisemobilisten), die über die gesamte Bundesrepublik verteilt leben.

Beste Grüsse
RMB-Wolf

Onkel Erich
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Onkel Erich » 5. Mai 2017, 13:52

Ich habe kürzlich von einem relativ kleinen Wohnmobilclub gehört der einen eigenen Stellplatz betreibt.
Was die können müsste doch erst Recht auch einem großen Dachverband möglich sein.

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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von RMB-Wolf » 5. Mai 2017, 20:05

Dass Reisemobil-Clubs eigene Stellplätze realisieren / betreiben, kann keine Lösung sein. Wie viele Clubs gibt es? Und wie viele Stellplätze fehlen den Stellplatzsuchern landesweit?

Als Ausnahme davon fällt mir nur ein, falls die Mehrheit der RU-Mitglieder für die Betreibung Club-eigener Stellplätze wäre, im Norden, Westen, Osten und Süden unseres Landes je einen "Muster-Stellplatz" zu realisieren, der in seiner Gestaltung / Ausstattung als ein Beispiel zur Nachahmung dienen kann. Konkret sehe ich jedoch dafür keine Chance, denn die RU-Aktivisten schaffen bisher nicht einmal die schon vorhandenen Aufgaben und Ideen abzuarbeiten. Deshalb darf der RU-eigene Stellplatz als "Schnapsidee" gelten.

Beste Grüsse
RMB-Wolf

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