Stellplatzsituation verbessern

James-HH
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von James-HH » 14. Juli 2017, 15:30

Hallo zusammen,

zum Thema „Stellplatzsituation verbessern“ hatte es ein sehr interessantes Interview von RU-Mitglied Volker Grasberger, (2. Schatzmeister) in REISEMOBIL INTERNATIONAL (Heft 06/2017) gegeben. Er vertrat dort die Meinung, dass die (Reisemobil-)Hersteller und der Herstellerverband (CIVD) die Einrichtung von Stellplätzen anstoßen sollten. Er hatte in dem Interview als potentielle Initiatoren von Stellplätzen nicht die Reisemobilfahrer (oder die RU) erwähnt.

Wenn dieses für den Reisemobil-Tourismus so wichtige Thema den Herstellern überlassen werden sollte, dann gingen die wertvollen Erfahrungen der „Praktiker“ – das sind die Reisemobilfahrer, die immer wieder mit guten und weniger guten Stellplatzangeboten konfrontiert werden – verloren. Den Herstellern fehlen die praktischen Erfahrungen aus dem täglichen Erleben mit Reisemobilen. Im Übrigen wäre dieses Ansinnen vergleichbar mit einer Forderung an die Automobil-Hersteller und den VDA, Pkw-Parkplätze einzurichten.

Warum will die RU – immerhin als selbsternannte Interessenvertretung der Reisemobilfahrer – hier nicht wirklich aktiv werden? Ein vernünftiges Stellplatzangebot ist doch eine wesentliche Voraussetzung für einen lebendigen und attraktiven Reisemobil-Tourismus. Der Weg dorthin dürfte doch jedem klar sein:

Zunächst aber notwendige Strategie entwickeln, mit den Fragen: Wo – Wie – Wer. Will heißen:

1. Wo gibt es Stellplatzlücken, die unbedingt geschlossen werden sollten?
  • Möglichen Bedarf ermitteln (interessante Reiseziele, sehenswerte Kommunen)
  • Stellplatzführer analysieren, Mitglieder befragen
2. Wie sollte zweckmäßigerweise vorgegangen werden?
  • Unterlagen für Planung und Einrichtung von Reisemobil-Stellplätzen erstellen. Entsprechende Unterlagen sind vor vielen Jahren für die RU erarbeitet worden (wie z.B. „RU-Informationsmappe, Stellplätze einrichten“, „Die 10 wichtigsten Punkte zum Reisemobil-Stellplatz; Hinweise und Anregungen“, „Einrichtung von Reisemobil-Stellplätzen; Anforderungen für Reisemobilfahrer mit Handicap“, „Reisemobil-Stellplatz oder Campingplatz“.)
  • Unterlagen weiterentwickeln, aktualisieren, attraktivieren (z.B. DVD)
  • Argumente „pro Stellplatz“: Kaufkraft der Reisemobilfahrer (ca. 40 Euro pro Person und Tag, zuzüglich Stellplatzgebühren, gemäß BMWi-Studie 587)
  • In Überlegungen einbeziehen: einfacher Übernachtungsplatz „an der Stadtmauer“, separater Reisemobilstellplatz (einfache Infrastruktur), Wohnmobilhafen (umfangreiche Infrastruktur)
  • Ziele anvisieren: touristisch ansprechende Lage, mit Erlebnisnähe (an Fluss, See, Schloss, Burg, historische Altstadt, Therme, Theaternähe, Restaurant, Winzer).
3. Wer sollte aktiv werden?
  • Verantwortlicher für Stellplatzfragen organisiert und steuert das Projekt.
  • Team für Initiierung von Stellplätzen zusammenstellen, Team-Mitglieder instruieren, Bezirke für einzelne Team-Mitglieder bilden, Informationsmaterial verteilen, mögliche Ansprechstellen vor Ort benennen.
  • Team-Mitglieder orientieren sich vor Ort: Suche nach möglichen Arealen (mit attraktiven Wegen zur Altstadt) und möglichen Unterstützern (Kontaktierung von Reisemobilfahrern, Reisemobil-Händlern und -Werkstätten).
  • Tourist-Informationen aufsuchen, Gespräch mit Stadtverwaltung suchen und Interesse für Stellplatzprojekt wecken.
Sobald ein mögliches Areal und ein potentieller Betreiber gefunden sind, die nächsten Schritte diskutieren und gemeinsam festlegen:
  • Künftige Stellplatzfläche (Stellflächen-Anzahl) festlegen, mögliche Erweiterungen berücksichtigen.
  • Zunächst ganz einfache Fläche ohne Infrastruktur ausweisen, mit Zeichen 314 mit Zusatzzeichen 1048-17.
  • Vor Ort Betreuung des Stellplatzes (mit Informationen für Gäste), Sammeln der Erfahrungen (Akzeptanz der Stellplatzlage)
  • Zunächst keine Stellplatzgebühren
  • Information über Stellplatz an Fachpresse, Werbung für Stellplatz (auch Mund-zu-Mund)
  • Informationsaustausch zwischen Team-Mitglied und örtlichem „Stellplatz-Betreuer“, Kontaktpflege
  • Auswertung der bisherigen Erfahrungen (aus Gesprächen mit Gästen, Gastronomie, Einzelhandel)
  • Festlegung der nötigen Infrastruktur (Informationstafel, V/E-Anlage, Stromversorgung), ggf. Platzbeleuchtung. Mögliche Stellplatz-Gebühren.
Der Erfolg dürfte sicher sein, wenn dieser Weg zielorientiert verfolgt wird. Motto "wer nicht startet, wird nie an seinem Ziel ankommen!"

Gruß

PS: Da es sich hier um ein ehrenamtliches Engagement handeln sollte, dürften diese Aktion nicht mit wesentlichen Kosten (außer Unterlagen) verbunden sein. Also wohl keine "Reisespesen"

Tante Erna
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Tante Erna » 15. Juli 2017, 19:33

Das autarke Wohnmobil wurde erfunden um auf Campingplätze und campingplatzähnliche Anlagen nicht angewiesen zu sein. Manche Leute scheinen das nicht zu wissen oder vergessen zu haben.

James-HH
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von James-HH » 15. Juli 2017, 20:36

Tante Erna hat geschrieben:
15. Juli 2017, 19:33
Das autarke Wohnmobil wurde erfunden um auf Campingplätze und campingplatzähnliche Anlagen nicht angewiesen zu sein. Manche Leute scheinen das nicht zu wissen oder vergessen zu haben.
Diesen Hinweis kann ich nicht ganz nachvollziehen. In den vorherigen Einträgen war nicht gefordert/gewünscht worden, eine Planung oder Einrichtung von Campingplätzen oder campingplatzähnliche Anlagen anzustreben. - Kleiner Hinweis: Autark sind Reisemobile nicht, denn Frischwasser muss nachgetankt, Fäkalien und Grauwasser entsorgt werden. Und elektrische Energie steht auch nicht unbegrenzt zur Verfügung, eine Nachladung ist über Festnetz/Solaranlage (sofern vorhanden) und/oder die Ladung der Bordbatterie über den (motorseitigen) Generator erforderlich. Ich bevorzuge deshalb die Aussage "eingeschränkte Autarkie".

Gruß

Tante Erna
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Tante Erna » 16. Juli 2017, 11:46

Hallo James

Du hast das Allerwichtigste vergessen. Auch Diesel muss nachgefüllt werden denn sonst läuft gar nichts.
Trotzdem gelten Wohnmobile rechtlich als autark im Gegensatz zu Campingbussen und Wohnanhängern.

Was VE anbelangt sollten wir uns Länder wie Italien, Frankreich oder Schweden zum Vorbild nehmen.
Dort gibt es an fast allen großen Autobahnraststätten entsprechende Einrichtungen.

In Deutschland eine vergleichbare Situation zu schaffen wäre viel wichtiger als immer nur Stellplätze zu fordern.
Stellplätze sind hauptsächlich für Leute die ihre Markise ausfahren, Campingmöbel aufstellen und ihre Wäsche draußen trocknen wollen.
So etwas ist Camping egal ob dies auf Campingplätzen oder auf Wohnmobilstellplätzen stattfindet.

Zwischen Camping und Reisemobiltourismus jedoch besteht ein Riesenunterschied.
Den Gründern der Reisemobilunion war dies wohl auch bewusst denn sonst hätten sie den Namen "Camperunion" gewählt.

James-HH
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von James-HH » 16. Juli 2017, 20:49

Tante Erna hat geschrieben:
16. Juli 2017, 11:46
Du hast das Allerwichtigste vergessen. Auch Diesel muss nachgefüllt werden denn sonst läuft gar nichts.
... und nichts weiter :?: Auch keine Getränke und Lebensmittel für die Besatzung? Und von Zeit zu Zeit auch neue Reifen :lol:
Frischwasser und elektrische Energie (für die Bordbatterie) sind Vorräte, die reisemobil-spezifisch sind. Deshalb erscheinen sie mir erwähnenswert. Zumal viele Reisemobil-Hersteller (nebst CIVD) eine Frischwassermenge von nur noch 20 Liter als Basis für die Leergewichtsangabe annehmen. Grund: Theoretische Reduzierung des Leergewichts, um auch größere Reisemobile (bis 7,50 m Länge) noch als "3,5 Tonner" anpreisen zu können. :x Sprinter-Fahrgestelle mit EURO-6-Motor liefern im Fahrbetrieb keine elektrische Energie für die Bordbatterie, sofern die Reisemobil-Hersteller nicht entsprechend vorsorgen, z.B. mittels Booster. - Mit dieser "Technik" werden Reisemobile quasi auf Campingplätze "getrieben", oder sie müssen dort ihre Plätze suchen, an denen Frischwasser und Stromversorgung (230 Volt-Festnetz) angeboten wird.
Das sind Punkte, an denen eine Interessenvertretung aktiv eingreifen müsste. Soviel ich aber spüre, gibt es diese leider oder noch nicht. Still ruht der See :roll:

Grüße

James-HH
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von James-HH » 21. Juli 2017, 20:48

Die Planung und Einrichtung von Reisemobil-Stellplätzen erfordert immer noch Erfahrung und Wissen von aktiven Reisemobilfahrern. Insofern ist es nachvollziehbar, dass immer wieder Anfragen zu den von mir kreierten Ratgebern
• 4 – Ver- und Entsorgung bei Reisemobilen
• 5 – Reisemobil-Stellplatz, Planung und Einrichtung eines Reisemobil-Stellplatzes
an mich herangetragen werden. Das ist kein grundsätzliches Problem für mich. Ich muss dafür die nur DVD brennen, kuvertieren und an den Interessenten senden.

Mich wundert aber die Vielzahl entsprechender Anfragen, zumal ich für meine Ratgeber keinerlei Werbung mache und auch über keine Homepage verfüge. Deshalb frage ich mich immer wieder, ob möglicherweise die RU diese Interessenten an meine Adresse verweist. Zumal meine Ratgeber nicht in Papierform, sondern auf Datenträgern vorliegen.

Grüße

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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Rüdiger_N. » 22. Juli 2017, 11:35

Hallo James-HH / Johann,

Wer bei Google nach "Planungshilfe Wohnmobilstellplatz" sucht findet einen Teil Deines Ratgebers auf der (seltsamerweise immer noch bestehenden) Webseite des längst erloschenen VdSB.
Dort ist auch Deine Telefon-Nr und Deine private Emailadresse veröffentlicht.
Ich vermute mal dass entsprechende Anfragen über diese Quelle kommen.

Dass der Vorstand des ehemaligen VdSB sogar zu faul ist seine veraltete Webseite vom Netz zu nehmen erklärt wohl auch die Gründe für das Scheitern dieses Vereins.

Gruß

Rüdiger

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Siegfried
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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von Siegfried » 24. Juli 2017, 18:56

Lieber James-HH,

die von Dir nach Beendigung Deiner Tätigkeit für die RU hinterlassenen Unterlagen wurden selbstverständlich auf Nützlichkeit und Verwendbarkeit geprüft und insoweit bei der Erstellung der derzeit verwendeten Beratungsunterlagen berücksichtigt. Du wirst aber verstehen, dass es zu bestimmten Themenbereichen unterschiedliche Ansichten gibt und deshalb womöglich nicht in jedem Fall Deine persönlichen Vorstellungen verfolgt werden.

Das RU-Präsidium verweist garantiert keinen Anfrager an Dich; nicht nur, weil Du in verschiedensten Foren kontinuierlich gegen die RU und das RU- Präsidium Meinung machst.

Im Gegenteil, Du kannst gerne die offenbar sehr zahlreichen Anfrager an die RU verweisen, und ich garantiere Dir, dass wir uns um jede Anfrage kümmern werden.

Gruß
Siegfried

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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von admin » 24. Juli 2017, 23:27

Und sogar eine Klageandrohung vom Stapel gelassen hat....

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Re: Stellplatzsituation verbessern

Beitrag von James-HH » 25. Juli 2017, 13:54

Lieber Herr Oberst i.R.,
Siegfried hat geschrieben:
24. Juli 2017, 18:56
Du wirst aber verstehen, dass es zu bestimmten Themenbereichen unterschiedliche Ansichten gibt und deshalb womöglich nicht in jedem Fall Deine persönlichen Vorstellungen verfolgt werden. .....
Im Gegenteil, Du kannst gerne die offenbar sehr zahlreichen Anfrager an die RU verweisen, und ich garantiere Dir, dass wir uns um jede Anfrage kümmern werden.
.... es ist sicherlich hilfreich, vorhandene Unterlagen nicht gleich dem Reißwolf anzuvertrauen, sondern zuerst möglicherweise nützliche Details zu entnehmen. Wichtig ist aber eine kontinuierliche Weiterentwicklung, denn Stillstand bedeutet Rückschritt.

Auch ich bin diesen Weg gegangen, hatte die Unterlagen gründlich überarbeitet, erweitert und als pdf-Dateien verfügbar gehabt. Darüber hinaus hatte ich sie auch auf Datenträger gebrannt. Bekanntlich wird mehr und mehr auf papierfreie Medien gesetzt, auch um Ablagen übersichtlicher zu halten.

Diese Unterlagen – Ratgeber 4 und 5 – hatte ich sowohl dem (mittlerweile wieder untergegangenen) VdSB und Anno 2014 auch der RU angeboten. Sowohl das VdSB-Präsidium als auch das (damalige) RU-Präsidium hatten diese (Stellplatz-)Ratgeber für die weiteren Arbeiten im Rahmen einer Interessenvertretung als sehr gut und nützlich beurteilt. Daraus schließe ich, dass ich keine persönlichen Vorstellungen (außer meine zahlreichen Fotos) eingearbeitet hatte.

Deinem Vorschlag, "Du kannst gerne die offenbar sehr zahlreichen Anfrager an die RU verweisen, und ich garantiere Dir, dass wir uns um jede Anfrage kümmern werden.“ werde ich vermutlich nicht folgen, denn ich möchte der RU nicht diese zusätzlichen Arbeiten aufbürden. Es liegen doch sicherlich noch zahlreiche und wichtige Projekte in Warteposition.

Du stellst fest, dass ich "kontinuierlich gegen die RU und das RU-Präsidium Meinung …“ mache. Nein lieber Siegfried, das ist kein „Meinung machen“, sondern eine betrübliche Feststellung, dass die RU sich offensichtlich noch immer im Rückwärtsgang befindet. Du wirst doch sicherlich den von Cato dem Älteren bekannten Ausspruch "Ceterum censeo Carthaginem esse delendam" kennen. So geht es auch bei mir.

Frei nach dem Kürzlich habe ich feststellen müssen, dass die RU vor gut 10 Jahren auf einem guten Weg war, der "ADAC der Reisemobilfahrer“ zu werden. Ich schätze, dass die RU damals etwa 50% des Weges zurückgelegt hatte. Und heute? Da steht sie, gemessen an der Mitgliederzahl und vor allem der wichtigen Verbandsarbeit (Interessenvertretung!!!), vielleicht bei 0,5% des Weges. Es fehlt nicht nur am ehrenamtlichen Engagement, sondern an einer systematischen Vorgehensweise.

Es mangelt ganz einfach an der Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit. Und das sowohl bei den gewählten Mandatsträgern als auch bei den Mitgliedern. Dieses Phänomen ist nach meiner Beobachtung übrigens bei vielen Vereinen festzustellen. Motto „ich habe doch meinen Mitgliedsbeitrag gezahlt, der Vorstand soll nun die Arbeit richten …“.

Grüße

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