Grüne Tankgasflasche mit reduzierter Nutzung?

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elresy2009
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Grüne Tankgasflasche mit reduzierter Nutzung?

Beitrag von elresy2009 » 12. Juni 2016, 13:02

Prinzipiell ist die Gas-Tankflasche nach meiner Einschätzung eine sehr gute Sache. Wir konnten damit für uns das Problem lösen, in Frankreich kein Gas nachkaufen zu können. Auch wenn die Ursache der vorzeitig entleerten Flasche damals eine defekte Dichtung an einer Flasche war, hat die installierte Tankflasche den Vorteil, nun nur noch selten eine Gasflasche demontieren/montieren, schleppen zu müssen. Allen Warnungen und Unkenrufen zum Trotz, ist durch Betrieb meiner Gasanlage mit LPG nie ein Problem aufgetreten. Das mag mit der Tankstellenwahl zusammenhängen. Das Tankstellennetz der Firma Hoyer macht keinen Unterschied Sommer-/Winter-LPG, sondern sie verkaufen 12 Monate/Jahr LPG der Zusammensetzung 95/5 (95 % Propan/ 5 % Butan). Dieses Gemisch entspricht dem "Propan" der Tauschflasche. Außerdem wird ein Tankfilter und ein Entnahmefilter eingesetzt.

Der eigentliche Grund dieses Beitrages ist der Zustand der grünen Tankflasche nach 5 Jahren. Die Korrosion an Stahlflasche ist derart heftig, dass das Vertrauen in den Gasbehälter gegen "0" geht. Darüber hinaus traue ich mich mit einer derart geschwächten Flasche nicht mehr zur technischen Überwachung. In der Abwägung der zutreffenden Maßnahmen (neue Stahltankflasche, Alu-Tankflasche oder Lackierung) unter Berücksichtigung der Kosten, hatte ich mich für die Lackierung der desolaten grünen Tank-Flasche entschieden.

In dem Fachbetrieb (Syker Lackierteam) wurde die Tankflasche aufgearbeitet. Der alte Restlack und Korrosion wurden mittels Sandstrahlen entfernt, dann Grundierung und Lackierung. Der Kostenvoranschlag belief sich auf € 170,- . Das ist zwar teuer, aber für uns die günstigste Lösung.

Gruß Reinhold
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Siegfried
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Tankgasflasche

Beitrag von Siegfried » 21. Juni 2016, 17:49

Hallo Reinhold,
Deine positiven Erfahrungen mit der Tankgasflasche kann ich nur unterstreichen. Einzige Nutzungseinschränkung ist die Notwendigkeit, für Winterbetrieb rechtzeitig (also im Spätsommer / Herbst) nach einer Tankstelle mit 95/5- Gemisch zu suchen - Du hast ja eine der Firmen genannt, wo es das gibt.
Ansonsten ist es einfach ideal, durch ganz Europa fahren zu können, ohne dem Problem der Gasversorgung (mit deutschen Campinggasflaschen) noch einen Gedanken widmen zu müssen. So nehme ich im Sommer auch gar keine zweite Flasche mehr mit: Ich habe eine Inhaltsfernanzeige im Mobil, und sobald die weniger als 50% anzeigt, halte ich Ausschau nach der nächsten LPG- Tankstelle. Noch nie war ich gezwungen, dafür einen Umweg zu fahren.
Das Korrosionsproblem gibt es bei mir nicht - ich habe eine Alu- Tankflasche. Die hilft zudem, mit knapp über 6 kg Leergewicht, auch noch enorm, die meist knappe Zuladungsreserve wirtschaftlich zu nutzen.

Allerdings gibt es für alle (Stahl- und Gas-) Tankflaschen seit einigen Monaten ein besonderes Problem: Der Verband Flüssiggas (DVFG) ist der Meinung, dass Tankflaschen in Reisemobilen so befestigt sein müssen, dass sie in Fahrtrichtung Beschleunigungen von 20 g aushalten. Eine volle Stahltankflasche müsste demnach bei einer Zugkraft von ca. 500 kg noch im Flaschenkasten stehen bleiben.
Bis auf den Betankungsanschluss völlig identische Tauschflaschen brauchen demgegenüber lediglich mit zwei Bändchen oben und unten einigermaßen auf ihrem Platz gehalten zu werden.

Diese Einbauvorschrift kann keine Wohnmobil- oder Gaswerkstatt überprüfbar einhalten - die DVFG weist in einem Informationsblatt sogar selbst darauf hin, dass "Sachkundige nach G 607 in der Regel nicht in der Lage sind zu beurteilen", ob ein Tankflascheneinbau dieses Kriterium erfüllt; sie rät ihren Sachkundigen deshalb dringend, Tankflaschen nicht selbst einzubauen und von anderen eingebaute nicht ohne Bestätigung des Einbaus durch eine Prüforganisation abzunehmen.
Ich behaupte allerdings, dass nichts in und am Reisemobil einer Beschleunigung von 20 g auch nur im Entferntesten standhält. Ich kenne keinen Fall, dass ein 20 g- Einbau schon einmal "amtlich bestätigt" worden wäre.

Bei der zweijährigen Gasprüfung kann es deshalb Probleme mit der Abnahme einer Gastankflasche geben, auch wenn diese schon viele Jahre in Betrieb und mehrfach unbeanstandet durch Gas- und TÜV- Prüfungen gegangen ist.
Erfahrungsberichte von Reisemobilisten zeigen, dass in der Regel die Werkstatt, die eine Tankflasche eingebaut hat, auch Wege findet, die Gasprüfung zu bestätigen. Pech kann der haben, der über große Entfernung umgezogen ist oder dessen damalige Werkstatt nicht mehr existiert.

Wer hierzu aus eigenem Erleben etwas beitragen kann: Ich wäre sehr daran interessiert!

Beste Grüße
Siegfried

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elresy2009
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Re: Grüne Tankgasflasche mit reduzierter Nutzung?

Beitrag von elresy2009 » 21. Juni 2016, 20:27

Moin Siefried,
im alten,leider gelöschten Forum gab es bereits eine Diskussion zum Thema „Befestigung von Gasflaschen“ mit folgendem Text:

Meines Erachtens muss man sich von dem Gedanken verabschieden, dass es hinsichtlich der sicheren Befestigung eines Gasspeichers, Tank- oder Tauschflasche, Unterschiede gibt. Auch kann man m.E. nicht davon ausgehen, dass die Aufbauhersteller alles Norm-gerecht konstruieren. Mein FRANKIA ist 7 Jahre alt und der Gasflaschenschrank besteht aus Leichtbauwänden!
Bei der Ermittlung des Gefahrenpotentials, sowie eines Norm-gerechten Aufbau’s ist folgendes zu berücksichtigen:
1. Fahrzeughöchstgeschwindigkeit (<3,5t >130Km/h - >3,5t max. 100 Km/h)
2. Gewicht der Gasbehälter (volle Flasche, Stahl/Alu)
3. Beschleunigungskräfte, gemessen in g, werden für einen Frontalaufprall festgestellt.
Bei 100 Km/h wurde der Wert 8g festgestellt. Bei dem Gewicht einer vollen Stahlflasche
von 22 Kg ergibt das nach meiner unverbindlichen Berechnung ca. 200 Kg Zugkraft. Dafür
muss die Stabilität der Flaschenkammer, sowie die Halterung der Flaschen ausgelegt sein.
In diesem Zusammenhang erscheint es mir verzichtbar, über Tank- oder Tauschflaschen
nachzudenken.
4. Tankflaschen gibt es aus Stahl oder Aluminium, wobei Letztere nur ca. die Hälfte wiegt und
damit sind auch die Zugkräfte reduziert.
5. Bei Fahrzeugen bis 3,5 t, mit deutlich höherer erlaubter Höchstgeschwindigkeit, wird mit
Beschleunigungskräften von 20g gerechnet.

Bei meiner Tankflasche habe ich einen Gasfilter am Abgang der Flasche montiert und vor dem Tanken schraube ich einen Tankfilter auf.
Zusätzlich zur Tankflasche habe ich eine Alu-Tauschflasche dabei. Getankt wird bevorzugt im Tankstellennetz der Firma HOYER. Nach Aussage der Firma wird in ihrem Netz das ganze Jahr 95/5 verkauft (kein Sommer-/Winter-LPG). Über Probleme mit dem LPG kann ich rein garnichts berichten.

Wenn es um die Freigabe der Flaschenbefestigung geht, kann die prüfende Stelle nur die Stabilität der Halterung prüfen. Für die Einbaustellen können ja nur die Aufbauhersteller herangezogen werden.
Für mich ist die Tankflasche eine wirklich prima Sache, weil im europäischen Ausland eigentlich überall LPG, aber keine Tauschflasche zu bekommen ist.

Freundlicher Gruß
Reinhold

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Siegfried
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Re: Grüne Tankgasflasche mit reduzierter Nutzung?

Beitrag von Siegfried » 27. Juni 2016, 19:33

Hallo Reinhold,

ich stimme Dir zu 100% zu, aber leider geht es bei der Anwendung von Gesetzen und Verordnungen ja nicht um gesunden Menschenverstand, sondern die werden meist stur nach Wortlaut umgesetzt.
Deshalb darf eine 11 kg Campinggasflasche mit Textilbändchen gehalten werden, die mit zwei kleinen Spaxschrauben am GFK- Kasten befestigt sind, während die Befestigung einer baugleichen Tankflasche in Fahrtrichtung 20 g und quer 8 g Beschleunigung aushalten muss. (Das ist übrigens weit mehr als die Befestigung eines Passagiersitzes in einem Verkehrsflugzeug aushalten muss...)

Mit Datum 23. 06.16 findest Du auf der RU- Homepage unter Nachrichten eine Meldung des Flüssiggasverbands zum Thema Nachprüfung; am Ende des Beitrags ist der Link zur "Einbauverordnung" bzw. Empfehlung der Nichtabnahme zu finden.

Mal sehen, ob sich die RU des Themas annimmt?
Gruß
Siegfried

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