Jedes Jahr dasselbe Ritual...?

Erstellt von Kalle Meyer | | Allgemein

Gedanken zum stressfreien Reisen mit dem Wohnmobil...

Kaum beginnt das Frühjahr, kaum lassen sich die ersten Sonnenstrahlen blicken, folgen die ersten großen Reisewellen. Möglichst jedes Wochenende, jede Minute der Ferienzeit und jedes bisschen Freizeit wird dem Reisen gewidmet. Das ist auch kein Wunder, denn die sonnenlose, mitunter trübe Winterzeit, steckt uns allen noch in den Knochen. Mit Begeisterung wird unser geliebtes Wohnmobil für die neue Saison hergerichtet. Es wird geputzt und gewienert auf das der Lack richtig glänze. Staubsauger geraten an die Belastungsgrenze, Putztücher werden zur Mangelware, Polituren hübschen die müden Farben auf und letztlich erstrahlt unser rollendes Heim im fast neuen Glanz. Der Lohn all dieser Mühen ist dann endlich die erste Reise in die neue Saison. Ganz nach alter Gewohnheit und unserem angeborenen Herdentrieb starten die meisten Reisemobilisten am zweiten sonnigen Wochenende, am Ersten wurde ja schließlich geputzt. Der Beginn der Osterferien ist als Starttermin zur langersehnten Frühlingstour auch sehr beliebt. Voller Vorfreude geht es munter los direkt in den ersten Stau auf der Autobahn. Schluss mit Lustig. Die Idee mit der Frühlingstour hatten auch alle Anderen und so trifft man sich eben mit dem frisch gewienerten Wohnmobil, auf der Autobahn wieder. Man könnte sich ein Wohnmobiltreffen oder eine Frühlingstour auch anders vorstellen. Die antrainierten Gewohnheiten abzulegen fällt jedoch mitunter sehr schwer. Wer noch Geldverdienen muss, ein Wohnmobil verursacht schließlich Kosten, wird kaum zu anderen Zeiten wie die Üblich, über Freizeit verfügen. Die Arbeitszeiten sind hier der Maßstab. Gleiches gilt für Familien mit Kindern. Bei ihnen sind es die Ferientermine, die den engen Rahmen setzen. Antizyklisches Reisen heißt das Zauberwort. Es gilt für eine große Gruppe der  Reisemobilisten. Fernab des Gelderwerbs, als Rentner, Pensionär oder Privatier sind dieser Gruppe besondere Privilegien geschenkt geworden, nämlich Reisen zu Zeiten in denen alle anderen wegen der o.g. Gründe nicht fahren können. Ohne den Zwang zur optimalen Nutzung der wenigen Freizeit, können Rentner unbeschwert die verkehrsarmen Zeiten nutzen, in aller Ruhe ihr Ziel verfolgen und auch noch weitgehend entspannt am Ziel der Wünsche eintreffen. Man sollte sich dieses besonderen Privilegs bewusst sein und es beherzigen, hilft es doch auch dem berufstätigen Teil unserer Zunft. Die Pensionisten-Gruppe muss ja nicht notwendigerweise in geselliger Runde den Stau auch noch bevölkern. Auf die häufig mangelnde Anzahl an Stellplätzen könnte sich antizyklisches Verhalten ebenfalls positiv auswirken. Eigentlich sind alle Beteiligten nur Gewinner einer solchen Handlungsweise. Man könnte ja einmal darüber nachdenken, damit nicht jedes Jahr dasselbe Ritual abläuft. (K.M.)

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Stau auf der Autobahn (Foto: Kalle Meyer)