Straßenverkehrsordnungs-Novelle 2020: Deftige Strafen für Verkehrssünder!

Erstellt von Markus Stenzel | | Allgemein

Bundesrat und Bundestag haben sich auf umfangreiche Verschärfungen der StVO und des Bußgeldkatalogs geeinigt. Diese treten noch dieses Jahr in Kraft. Kurzzusammenfassung: Für Raser, Falschparker und Rüpel wird es in Zukunft sehr, sehr teuer!

Zu schnelles Fahren wird teurer

Die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen inner- und außerorts werden angehoben, bei Überschreitungen bis 20 km/h auf das Doppelte. Bereits bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 21 km/h erhalten Sie außerdem ein "Flensburg-Diplom" (Eintrag ins Verkehrsregister). Selbsternannte Rennfahrer innerorts dürfen sich bald über eine Rechnung von mindestens € 680,- freuen. Für diese Rennfahrer mit 70 km/h Überschreitung und mehr ist übrigens noch eine Ergänzung des Strafgesetzbuches geplant.

Entzug der Fahrerlaubnis

Bei einer Überschreitung von 26 bis 40 km/h außerorts kann in Zukunft auch Ersttätern die Fahrerlaubnis entzogen werden. Bisher wurde diese Maßnahme bei Einzeltätern nur angewandt, wenn die Überschreitung zweimal innerhalb eines Jahres festgestellt wurde.

Falsches Parken und Lärmbelästigung

Ebenso erhöht werden die "Spaßgebühren" für Falschparker (in einer Feuerwehrzufahrt, auf einem Behindertenparkplatz ohne Erlaubnis, parken/halten in zweiter Reihe) aber auch für unnötige Lärmbelästigung, wie das Auto im Winter warm laufen zu lassen - außerdem wurde die Strafe für das unzulässige Befahren einer Umweltzone auf € 100,- aufgerundet

Schonfrist

Die Novelle soll noch im Jahr 2020 in Kraft treten. Wann dies nun genau geschieht wissen auch ansonsten gut informierte Kreise noch nicht genau.

Die teils drastischen Bußgelderhöhungen begründet der Bundesrat damit, daß die derzeitigen Bußgeldsätze für Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht im ausreichenden Maße geeignet seien, verkehrsadäquates Verhalten zur Vermeidung von Gefährdungen zu regulieren und Verletzungen der StVO sinnvoll zu ahnden.

Eine genaue Auflistung der zu erwarteten Änderungen finden Sie auf der Website ruhr24.de.

Zur Sicherheit möchten wir erneut auf die Wichtigkeit einer Rettungsgasse bei Autobahnstaus hinweisen. Seit Oktober 2017 wird hier ein Bußgeld von € 200,- fällig. Auch die Strafen für den Mißbrauch des Standstreifens oder den beliebten "Motorradhopser" wurden drastisch angehoben. Informationen auf bussgeldkatalog.org finden Sie unter diesem Artikel bei den Links.

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Symbolfoto ohne Rettungsgasse (Foto: Gerhard Gellinger / Pixabay)