Endlich war es soweit: Das Reisemobiltreffen „Herrliches Fichtelgebirge 2025“ im nordbayerischen Kräuterdorf Nagel konnte beginnen. Doch bevor die ersten Teilnehmer offiziell anreisten, wurde bereits kräftig vorbereitet. Auf dem Sportplatz des 1. FC Nagel – der uns freundlicherweise sein Gelände zur Verfügung stellte – markierten fleißige Helfer die Stellplätze und richteten die Stromversorgung ein. Gutscheine wurden sortiert, Listen erstellt, organisatorische Details geklärt. Nach getaner Arbeit gab es zur Stärkung eine zünftige Brotzeit – der perfekte Auftakt für ereignisreiche Tage.
Nach und nach trafen die Wohnmobile ein und wurden herzlich empfangen. Schon beim ersten gemeinsamen Pizza-Abend im Sportlerheim war die Vorfreude auf das Programm deutlich spürbar.
Die offizielle Begrüßung fand im traditionsreichen Brauereigasthof „Zur Mauth“ statt. Bei fränkischer Hochzeitssuppe und Sauerbraten oder Schnitzel kam schnell gesellige Stimmung auf. Es wurde gelacht, erzählt und auf schöne gemeinsame Tage angestoßen.
Am nächsten Tag konnten die Teilnehmer zwischen zwei interessanten Ausflügen wählen: dem Granit-Schausteinbruch „Häuselloh“ oder dem Porzellanikon in Selb.
Im Steinbruch wurde eindrucksvoll demonstriert, wie mühsam und kraftintensiv die Granitgewinnung früher war. Maschinen wurden extra für unsere Gruppe in Betrieb genommen – ein lebendiger Einblick in die harte Arbeitswelt vergangener Zeiten.
Das Porzellanikon, Europas größtes Spezialmuseum für Porzellan, beeindruckte mit seiner Industriearchitektur und spannenden Einblicken in die Geschichte der Porzellanherstellung. Besonders anschaulich war die Vorführung, bei der eine Zuckerdose gegossen wurde. Auch wenn die Porzellanmalerei aus Zeitgründen nicht Teil der Führung war, blieb der Besuch in der ehemaligen Rosenthal-Fabrik nachhaltig in Erinnerung.
Ein Abstecher ins Rosenthal-Outlet durfte natürlich nicht fehlen – schauen, staunen und gelegentlich auch einkaufen gehörte dazu. Den Abend beschloss die Gruppe bei einem gemeinsamen Essen im Landgasthof – mit Schaschlik, Eis und einem kleinen Marillenschnaps als „Absacker“.
Ein gemeinsamer Spaziergang zum idyllisch gelegenen Nagler See mit Einkehr im See-Pavillon sorgte für entspannte Stunden. Am Abend wurde beim vom 1. FC Nagel organisierten Federweißenfest gefeiert. Hax’n und Hähnchen vom Grill, dazu Federweißer und Musik – die Tanzfläche blieb nicht lange leer. Es war einer dieser Abende, an denen Gemeinschaft spürbar wird.
Der Sonntag stand zur freien Verfügung. Einige zog es in den Wildpark Waldhaus Mehlmeisel, andere zu den Luisenburg-Festspielen nach Wunsiedel. Trotz wechselhaftem Wetter zeigte sich die Natur von ihrer reizvollen Seite. Vom Hochsteg im Wildpark ließen sich Wildschweine, Hirsche und mit etwas Glück auch Luchse beobachten. Und wer einmal den Kaiserschmarrn im Bayreuther Haus probiert hat, weiß: Der gehört einfach dazu.
Am Abend begeisterte Schlagerstar Peter Kraus auf der Felsenbühne in Wunsiedel – ein besonderes kulturelles Highlight inmitten der beeindruckenden Naturkulisse.
Der letzte gemeinsame Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück in der Pension Katz Mauth/Gabi Reithmeier. Das Buffet ließ keine Wünsche offen.
Gut gestärkt wurde dann im Sportheimsaal eine Tafel hergerichtet, an der alle Camper Platz hatten. Jeder steuerte etwas zum Buffet bei und so entstand eine beeindruckende Vielfalt an Salaten, Suppen und anderen Köstlichkeiten.
Am Abend folgte der festliche Höhepunkt: eine musikalisch begleitete Weinprobe mit sechs Gängen. Als Moderator konnte der fränkische „Weinpapst“ Norbert Riedel gewonnen werden. Mit viel Fachwissen und Humor führte er durch eine genussvolle Reise von frischen Weißweinen über Rosé und Rotwein bis hin zum edlen Eiswein, der bei vielen als Favorit galt. Musik und Gesang rundeten den Abend ab.
Emotional wurde es, als Albert verkündete, dass dieses Treffen das letzte unter seiner Organisation sei. Umso schöner war das spontane Angebot der Leipziger Teilnehmer, die Tradition 2026 in ihrer Region fortzuführen – unterstützt von Albert. Der Applaus zeigte: Die Gemeinschaft lebt weiter.
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Wohnmobil für Wohnmobil verließ den Platz mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck.
Ein herzliches Dankeschön gilt Kerstin und Albert Knaus für ihr großes Engagement und die vielen Stunden, die sie in die Organisation investiert haben. Vielleicht sehen wir uns 2026 in Leipzig wieder oder irgendwo unterwegs, wo Reisemobilfreunde zusammenkommen.
Brigitta und Axel Masslow